2. Twitter-Blind-Tasting: Cohiba Robusto
Am vergangenen Montag fand die zweite Auflage des Twitter-Blind-Tastings (#2tbt) statt. Wir haben an über zwanzig Zigarren-Liebhaber mit Twitter-Account aus der Schweiz, Deutschland und Japan eine Zigarre ohne Bauchbinde oder andere Erkennungsmerkmale geschickt. Am Montag haben wir diese Zigarre gemeinsam degustiert und über Twitter kommentiert. Mit etwas Abstand will ich versuchen, die Geschehnisse kurz zusammen zu fassen. Degustiert haben wir eine Robusto-Zigarre. Für Blinddegustationen ein dankbares Format, weil die Anzahl der möglichen Kandidaten hier mit am grössten ist. Auf das Herkunftsland Kuba einigte sich die Raucher-Runde schnell. Die Analyse von @cigarjapan: «Herkunftsland: Hecho en Cuba, Grund: Die Länge 4 7/8, Verarbeitungsweise der Kappe und der Kaltgeruch des Tabak.» Es dauerte nicht lange, bis die Testzigarre reihum gelobt wurde. Beobachtet wurde auch die relative Zurückhaltung der Stärke. Schon nach einigen Minuten zielten erste Mutmassungen in Richtung Hoyo de Monterrey Epicure No. 2. Rasch ausgeschlossen wurde von der Runde die Variante Ramon Allones Specially Selected (@SmokySailor: «Da fehlt das Ölige»). Der Eindruck «aromatisch, aber mild» verfestigte sich im Rauchverlauf. Welche Havanna passt in dieses Schema? Die Monterrey Epicure No. 2 erschien manchen doch zu mild, ins Zentrum rückte plötzlich die Montecristo Open Master. Deren schlechter Ruf könnte unbegründet sein, so die Überlegungen, und die Qualität könnte sich verbessert haben seit ihrer Einführung vor drei Jahren. @cigarjapan verknüpfte sein Schicksal mit bitteren Noten im Finale, und als sich diese einstellten, legte er sich auf die Montecristo Open Master fest. Als Tipps zweiter Wahl waren auch noch die Romeo y Julieta Short Churchill, die Hoyo de Monterrey Epicure No. 2 und die Partagás Serie D No. 4 im Rennen. Dass es sich um eine Cohiba Robusto gehandelt hat, erkannte bis am Schluss niemand. Zusammen mit meinem Mit-Organisator @herrlaus war ich sehr gespannt auf den Ausgang dieser Blinddegustation. Ich glaube, man darf zusammmenfassend sagen, dass die Sache für Cohiba ziemlich gut ausgegangen ist. Überrascht wurden die Teilnehmer von der kräftemässigen Zurückhaltung des Cohiba-Blends. Was die Degustation auch gezeigt hat: Innerhalb des Habanos-Portfolios ist es auch für erfahrene Zigarrenraucher schwierig, die Marke korrekt zu erkennen. Dabei war es in keiner Weise unsere Absicht, die Teilnehmer vor eine möglichst schwierige Aufgabe zu stellen oder sie gar blosszustellen. @herrlaus hat es im Laufe des Blind-Tastings geschrieben: Es ist uns bei den Vorbereitungen auch schwergefallen, eine Partagás Serie D No. 4 blind zu erkennen. Das spricht zum einen für die Macht der Marken und ist zum anderen ein Hinweis darauf, dass die kubanischen Blends relativ homogen sind in ihrem Geschmack. Hinzu kommen Schwankungen zwischen den verschiedenen Chargen. Ob die Markenkraft auch einen Teil des Havanna-Mythos ausmacht, ist wieder eine andere Frage, die unser kleines Tasting aber nicht beantwortet hat. Unabhängig von all diesen Überlegungen war das Twitter-Blind-Tasting aber vorallem wieder ein grosser Spass. Die gesammelten Tweets kann man auf Twitter nachlesen. Übrigens bekam unser Tasting, als die Zigarren fast fertig geraucht waren, plötzlich eine unerwartet grosse Aufmerksamkeit. Der #2tbt-Hash-Tag schaffte es auf Platz drei der deutschen Twitter-Trending-Topics – eine Ehre, die sonst etwa dem Papst oder Justin Bieber wiederfährt.



















