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Konsequenzen der Franken-Aufwertung für die Schweizer Zigarren-Branche

#MÄRKTE 16. Januar 2015

Die Aufhebung des fixen Wechselkurses CHF-EUR beschäftigt auch die Zigarrenwelt und wird für die Player im Schweizer Markt unterschiedliche Konsequenzen haben. Die meisten Importeure, namentlich auch der Habanos-Importeur Intertabak, kaufen in den Herkunftsländern in Dollar ein. In den letzten Monaten wurde der Dollar gegenüber dem Euro (und dem an ihn gebundenen Schweizer Franken) laufend stärker, was eine Preiserhöhung immer wahrscheinlicher machte. Konkret mussten die Importeure zuletzt über 10 Prozent mehr für die Waren bezahlen, als noch vor einem Jahr. Mit dem erstarkten Franken dürften Preiserhöhungen vorerst vom Tisch sein. Ungemütlich ist die Situation hingegen für Händler, die schwerpunktmässig an Touristen oder Grenzgänger verkaufen oder Zigarren exportieren. Aus deutscher Perspektive sind die Schweizer Preise gestern auf einen Schlag um 20 Prozent angestiegen. In Deutschland ist die Situation komplizierter. Ungemütlich wird es für die Importeure, die in Dollar einkaufen. Die Abschwächung des Euros – heute Nachmittag erreichte der Euro einen elfjährigen Tiefstand gegenüber dem Dollar – verteuert die Importe massiv. Preiserhöhungen bei Zigarren aus Nicaragua, Honduras und der Dominikanischen Republik sind wahrscheinlich. Ein Spezialfall ist der Deutschland-Vertrieb von Habanos. Importeur 5th Avenue hat vor kurzem angekündigt, dass die Preise dieses Jahr nicht erhöht werden. Möglich wird dies, weil 5th Avenue in Kuba in Euro einkauft – anders als die Schweizer Kollegen. Damit fällt für 5th Avenue im Moment das Währungsrisiko weg und die Preise können auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Mittelfristig dürften jedoch auch in Deutschland die Habanos-Preise anziehen – die Kubaner werden sich auf längere Sicht kaum mit Euros begnügen, die immer weniger wert sind.

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