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Aficionados in UK erheben sich

#VERSCHIEDENES #ZIGARREN 16. November 2007

Bei Cigar Cyclopedia.com habe ich den Artikel «Fighting the Smoking Ban in Britain» gelesen und fand den so empfehlenswert, dass ich ihn ins Deutsche übertragen habe:

«Das Wort Depression beschreibt die Zigarren-Situation in England am treffendsten. Seit Juni ist ein strenges Rauchverbot in Kraft.

Neil Clark schreibt im Spectator, dass sich Teile der rund 800’000 regelmässig rauchenden Zigarrenliebhabern keinesfalls besiegt geben würden. Vielmehr würden Offensiven gegen die Verbote gestartet. Denn, eine Marlboro Light schnell auf dem Bürgersteig zu paffen, sei die eine Sache, das Rauchen einer Montecristo Especial Nr. 1 etwas ganz anderes. Zigarren werden gemacht, um sie geniessen zu können, um es nicht eilig zu haben: etwas, was das Verbot ausserhalb der eigenen vier Wände fast unmöglich gemacht habe. Besonders die Gentlemen’s Clubs seien schwer getroffen. «Das Verbot hat die Club-Kultur völlig verändert, seit die Zigarre nach dem Essen nicht mehr gemeinsam genossen werden darf. Ich denke, es macht es sehr viel schwieriger, um jemanden kennen zu lernen», beklagt sich Piers Russell-Cobb, Geschäftsführer der Media Fund. Für Zigarren-Raucherinnen ist die Situation noch schlimmer. «In der Vergangenheit hatte ich mich an die Tatsache gewöhnt, dass einige Menschen Zigarre Rauchen als unweiblich beurteilt haben», sagt die Tabakhändlerin Sallyann Everett. «Heute ist es aber so, dass ich mir beim Anzünden einer Zigarre Sorgen machen muss, eine Straftat zu begehen. Das Verbot hat mir ein paranoides Gefühl gegeben».

Aber es ist noch nicht alles verloren. Nach deprimierenden vier Monaten, während denen sich Raucher laut Sallyann wie dritte Klasse Bürger gefühlt haben, gibt es Licht am Ende des Tunnels. (…)

Ronald Macdonald arbeitete während 19 Jahren unermüdlich, um seine wunderbar gemütlichen Belgravia Club / Restaurant Boisdale in Oasen für Zigarren-Geniesser zu verwandeln. Boisdale bietet die größte Auswahl an kubanischen Zigarren eines solchen Establishments (19 Marken und über 120 verschiedenen Grössen und Jahrgänge). Aber das Verbot hat das Unternehmen hart getroffen. «Mein Umsatz ist um 15 Prozent niedriger als im September“, erklärt Macdonald, eine Hoyo de Monterrey rauchend, auf der kleinen, bestuhlten Aussenfläche vor seinem Restaurant. «Der Umsatz am Abend sank stark. Wir hatten früher jede Nacht Live-Jazz bei Zigarren-Genuss. Nun kann man dem Jazz immer noch zuhören – aber ohne eine Zigarre. Es ist irgendwie nicht das gleiche.»

Macdonald’s greift nun aber auf zwei Ebenen zu Gegenmassnahmen. Am 1. November eröffnet Boisdale die erste Zigarre-Terrasse von England; ein 6 x 9 Meter grosses Areal, auf dem legal Zigarre geraucht werden kann. Gleichzeitig lanciert Macdonald zusammen mit Jemma Freeman, Geschäftsführer von Hunters & Frankau, England exklusiver Importeur für kubanische Zigarren, eine neue Kampagne mit dem einzigen Zwecke, Ausnahmen vom Verbot für Bars, Kneipen und Clubs zu ermöglichen. «74 Prozent der schottischen Bevölkerung ist für Ausnahmen», sagt Macdonald. «Es geht darum, die Politiker davon zu überzeugen, dass ein solcher Schritt öffentliche Unterstützung haben würde. Die Lüge von den Verbotsbefürwortern war, dass Grossbritannien mit dem Totalverbot lediglich dem Europäischen Beispiel folgen würde. Das stimmt nicht. Andere Länder haben Kompromisslösungen mit Ausnahmen gewählt.

Um zu beschreiben, zu was Grossbritannien geworden sei, bevorzugt Macdonald die Formulierung „Tyrannenstaat“ (…) „Es herrscht sicherlich sehr viel weniger Toleranz vor, als noch vor 30 Jahren. Ich fürchte auch, dass es heute sehr viel mehr unglückliche Menschen da draussen gibt, die Freude haben, anderen zu sagen, was sie nicht tun dürfen.“

Hunters & Frankau leistet einen wichtigen Anteil am Kampf für Ausnahmen, damit Restaurants und Pubs sogenannte „Cozy Outdoor Smoking Area“ oder „COSA“ schaffen können. (…) Wird das Konzept aufgenommen und zum landesweiten Netz von solchen Innenhof-Zigarren-Bars ausgedehnt, dann haben die Initianten auch schon einen passenden Namen: „COSA Nostra“

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