«Allen Repressionen zum Trotz»

(Bildquelle: Wikipedia)
Hoch über den Dächern der Stadt Bern steigt verräterischer Rauch aus einem Turmzimmer. Wir schreiben das Jahr 1707. Nikotin hat im puritanischen Bern des 18. Jahrhunderts keinen guten Ruf. Seit Jahrzehnten schon versucht die Regierung dem Laster des «Tabaktrinkens» beizukommen. Mit hohen Bussen oder Gefängnis hat darum zu rechnen, wer sich beim Kauen, Schnupfen oder Rauchen erwischen lässt. Auch Wirte, die den Tabakkonsum in ihren Lokalen tolerieren, werden bestraft. Doch aller Repression zum Trotz frönen immer mehr Bernerinnen und Berner dem neuen Genussmittel.
Espace.ch hat gestern über die vielleicht älteste Smoker-Lounge der Schweiz, den Holländerturm am Berner Waisenhausplatz, berichtet. Dorthin pflegten sich früher die Berner Herren zurückzuziehen, um ungestört ihr Pfeifchen zu schmauchen.
Auf den Tabakgeschmack kam man in der Schweiz durch Offiziere, die in Holland gedient hatten und Tabak und holländische Tonpfeifen zurück in die Heimat brachten. Den Rückzugsort der Raucher in der Stadt Bern nannte man im Volk deshalb bald den «Holländerturm».
Viele Informationen zu den Anfängen der Tabakkultur in Holland sind auf der Seite Pfeife-Tabak.de zusammengetragen. Ein Beitrag widmet sich ganz den Holländischen Topfeifen. Hier der Anfang des interessanten Textes:
Würde man England als das Mutterland des Tabakrauchens und der Pfeife bezeichnen, dann wäre Holland der erstgeborene Sohn. Seeleute, Kaufmänner und nicht zuletzt die Studenten, die in der berühmten holländischen Universität Leyden studieren wollten, brachten die Kunde vom Rauchen, den ersten Tabak und auch die Pfeife über den Kanal aufs Festland. Auch hier auf dem Kontinent, es war wohl gegen Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts, machte der Tabak sehr schnell Kariere.