Überzogene Zahlen für eine überzogene Forderung
Am Wochenende stimmt St. Gallen über die Lungenliga-Initiative für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie ab. In der Abstimmungswerbung wollte die Lungenliga auf Fakten setzen, weil «Fakten in dieser hochemotionalen Sache schnell in Vergessenheit geraten». Andi Stachl und ich haben nachgerechnet und erstaunt festgestellt, dass die kommunizierten Fakten falsch sind.
Um diese Zahlen geht es: Die Feinstaubbelastung in Lokalen ohne Rauch beträgt gemäss Lungenliga-Messungen im Durchschnitt 24.7 μg/m3. In Raucherlokalen liegt dieser Wert bei 194.4 μg/m3. Raucherlokale sind also um den Faktor 7.87 höher mit Feinstaub belastet als Nichtraucherlokale. Von der Lungenliga gross plakatiert wird jedoch der Faktor 33. Diese Zahl kommt durch den Vergleich des Mittelwerts aller Nichtraucherlokale (24.7) und des höchsten gemessenen Werts in einem Raucherlokal (828.5) zustande. Die Mehrbelastung in diesem extremen Fall beträgt 33.5.
Was uns freut: Das St. Galler Tagblatt hat unseren Hinweis in der heutigen Ausgabe aufgenommen und schreibt über den «Zwist um Zahlen der Lungenliga». Allerdings hätte man die Lungenliga meines Erachtens ruhig etwas härter in die Zange nehmen dürfen.
