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Bio-Tabak

Das Familienunternehmen Plasencia leistet Pionierarbeit im biologischen Tabakanbau. Der Einsatz für eine nachhaltige Landwirtschaft ist für Nestor Plasencia eine Frage der Vernunft.
#FERNWEH #ZIGARREN 9. Juni 2026

Auf dem Testfeld «Parcela sintropica» in Jalapa weit im Norden von Nicaragua summen Bienen. Zwischen den Tabakpflanzen wachsen Sonnenblumen und allerlei Pflanzen und Gräser. Nestor Plasencia, der das Unternehmen Plasencia in der fünften Generation führt, zeigt uns eine Bodenprobe. Die Erde wirkt saftig und locker. Das gefällt auch dem Regenwurm, der sich in der Erde schlängelt. Plasencia gehört zu den Pionieren des biologischen Tabakanbaus. 55 Hektar Land bewirtschaftet Plasencia biologisch. Aus diesen Tabaken entsteht die Zigarren-Linie Plasencia Reserva Original. Auch die meisten anderen Plasencia-Linien enthalten einen wachsenden Anteil an biologischen Tabaken.

In Jalapa experimentiert Plasencia mit neuen Anbautechniken. Die Idee hinter dem gleichzeitigen Anbau verschiedener Pflanzenarten: Insekten sollen attraktivere Optionen erhalten und so die Tabakpflanze verschonen. Vor allem gehe es aber darum, was die verschiedenen Pflanzen der Erde geben. «Das beste Mittel gegen Krankheiten ist, wie bei den Menschen, ein starkes Immunsystem», sagt Nestor Plasencia. Wenn der Boden gesund ist und mit guten Nährstoffen versorgt, dann ist auch die Pflanze widerstandsfähig. Stolz erzählt Nestor Plasencia von der Zusammenarbeit mit Ray Archuleta, dem Star der Netflix-Dokumentation «Kiss the ground». Von ihm stammt die Idee, auf das Pflügen des Feldes zu verzichten. Diese in der Landwirtschaft seit Jahrhunderten etablierte Praktik lockere zwar die Erde, sagt Nestor Plasencia. Sie habe aber auch gravierende Nachteile: Mikroorganismen und Wurzelwerk würden zerstört. Würmer helfen im Testfeld, den Boden zu durchdringen und ihn mit zusätzlichen Nährstoffen zu versorgen. Als Dünger setzt Plasencia auf Kompost, der in «Areas de Lombricultura» mit Hilfe von Würmern gezielt produziert wird. Das Ziel sei es, ein Netz aus Mikrobakterien und Pilzen zu spinnen, welches den Boden mit idealen Nährstoffen versorgten.

Bei der konventionellen Anbauweise würden 95 bis 100 Prozent der Mikroorganismen im Boden getötet, um die 5 Prozent schädlichen Organismen zu eliminieren. Der Einsatz für eine nachhaltige Landwirtschaft ist für Nestor Plasencia eine Frage der Vernunft. Und es sei gut für den Seelenfrieden. «Ich besitze das Land nicht, sondern bewahre es für die nächste Generation», sagt Nestor Plasencia in Anlehnung an die Werbung eines Schweizer Uhrenherstellers. Und langfristig, davon ist Plasencia überzeugt, zahlt sich biologischer Anbau auch wirtschaftlich aus. «Sobald wir es richtig beherrschen, wird der biologische Anbau profitabler als der konventionelle Anbau. Weil wir viel weniger investieren müssen». Die Zahlen geben ihm recht. Als das Unternehmen mit dem Bio-Anbau begann, lag der Ertrag 40 Prozent unter jenem des konventionellen Anbaus mit chemischen Pflanzenschutzmitteln. Aktuell liegt die Ertragseinbusse noch bei 20 Prozent.

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