Böse, böse Tabak-Lobby
«Die Tabak-Lobby hat mächtige Verbündete» und «Bush schützt Tabak-Industrie»: Die n-tv Börsenkolumne von Lars Halter zur aktuellen Debatte über die Finanzierung des amerikanischen State Children’s Health Insurance Program fährt heute grobes und undifferenziertes Klischee-Gechütz auf.
Um die Bilanzen der Tabakkonzerne zu schützen, lehne Bush den Ausbau der staatlichen Krankenversicherung für Kinder rigoros ab, so der Kolumnist. Um dann fortzufahren: «Vielleicht hält er das für sinnvoll, weil Kinder – im Gegensatz zu Tabak-CEOs – nicht wählen können.»
Auf die bedrohlichen Auswirkungen des Gesetztes auf die Zigarren-Branche geht die Kolumne nicht ein. Der Vorschlag, der im Moment diskutiert wird, sieht eine Erhöhung der Maximalsteuer pro Zigarre von heute 5 Cents auf 3 Dollar vor. Auf Lagerware müssten Händler Nachsteuern bezahlen.
Dass die Tabakbranche mit solchen Steuern nicht einverstanden ist, dass die Tabakkonsumenten nicht akzeptieren, dass sie zur Melkkuh der Nation für jede Gelegenheit werden, ist für den Autor der Kolumne ungeheurlich, moralisch verwerflich und nicht nachvollziehbar.