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Casa Nürnberg schliesst Lounge

#VERSCHIEDENES #ZIGARREN 5. April 2011

In einer Mitteilung erklärt Christine Klever von der Casa del Habano Nürnberg, wie es bald ein Jahr nach der Einführung des bayrischen Rauchverbots um ihren Betrieb steht, und wie es weitergeht:

Das Zigarrengeschäft bleibt erhalten – Die Bar wird zur Event-Location!

Auf Grund gesetzlicher Vorgaben und als Folge des überzogenen, bayerischen Rauchverbotes, das seit dem 01.08.2010 besteht, wird der gastronomische Betrieb in unserer Lounge zum 18.04.2011 eingestellt.

Dadurch ergibt sich allerdings die Möglichkeit, die Bar künftig als Event-Location, für private oder geschäftliche Veranstaltungen nach Absprache anzumieten.

Meinen Traum, kubanisches Lebensgefühl, die Kombination aus stillvollem Ambiente und kubanischen Genüssen, nach Nürnberg zu holen, konnte ich vor 5 Jahren verwirklichen. Dieser Traum ist nun vorbei.

Durch das Rauchverbot in der Zigarren-Lounge haben wir ca. 95 % unserer Gäste verloren.

Momentan besteht als einzige Möglichkeit eine Zigarre zu genießen, der Einzelhandelsbereich, dort allerdings ohne dabei ein Getränke zu sich nehmen zu dürfen. Was den GENUSS stark beeinträchtigt, da sich beides bedingt. Unzumutbar für unsere Gäste ist auch, das ständige wechseln zwischen den beiden Etagen. Hierbei muss ein Umweg über die Außentreppe genommen werden.

Noch schwieriger wird die Situation, den zahlreichen internationalen Gästen – schließlich legt Nürnberg großen Wert darauf, als Messe-Stadt bezeichnet zu werden – jedes Jahr immer neue Einschränkungen erklären zu müssen. Dies ruft jedes Mal Kopfschütteln und großes Unverständnis hervor. Ein Besuch in der Casa del Habano – Lounge wurde von all unseren Gästen bislang als Highlight empfinden. Hier fehlt es künftig an adäquaten Alternativen.

Ausschlaggebend für die Schließung ist auch das verständliche Fernbleiben zahlreicher, enttäuschter Stammgäste, die mich teilweise schon seit Fürther Zeiten (ab 1999) begleiten. Ihnen wurde ihr „Wohnzimmer“, also ein Stück Lebensqualität genommen. Aus Entspannung und Wohlfühlen unter Gleichgesinnten wurde eine Suppe ohne Salz. Statt dem Duft der geliebten Havannas liegt Trauer in der Luft.

Da ich mich in all den Jahren als Zigarrenhändlerin, die Ihren rauchenden Kunden die Lounge als Service und Besonderheit bieten wollte und nur an zweiter Stelle als Gastronomin empfunden habe, werde ich mich ab 19.04.2011 wieder auf den Einzelhandel sowie auf meinen Online-Shop im Internet konzentrieren.

Der monatelange Versuch, die Bar rauchfrei und dabei wirtschaftlich rentabel weiter zu führen, ist leider gescheitert, aber nicht überraschend. Das Herzstück einer Casa del Habano – Lounge ist der mit köstlichen Zigarren gefüllte Humidor, das Objekt der Begierde. Nur zum Anschauen? Eine lauwarme Angelegenheit.

Dies hat zur Folge, dass ich 4 langjährige Servicemitarbeiter, die uns allen ans Herz gewachsen sind, inzwischen die Kündigung aussprechen musste. Nach bangen Monaten, bin ich trotzallen glücklich mitteilen zu dürfen, das Einzelhandelsgeschäft und damit die einzige Casa del Habano in Bayern, mit allen kubanischen Spezialitäten und auch die Casa del Puro mit Internationalem Sortiment, weiterführen zu können. Dies war nur unter wohlwollender Mithilfe sämtlicher Beteiligter, wie etwa Banken und Hausbesitzer möglich.

Weiterhin werden wir wie bisher, ein breites und exklusives Sortiment an Spirituosen wie Rum, Malt-Whisky und ausgewählten Obstbränden präsentieren. Eine Auswahl an Weinen der wichtigsten Anbaugebiete der Welt und unsere Kaffeespezialitäten aus der hauseigenen Röstung ergänzen unser Genusssortiment.

Persönliches Resümee:

Die Anwendung des Nichtraucherschutzgesetzes in einem ausschließlich für Zigarrenraucher geschaffenen Refugiums, schießt weit über das nicht in Frage gestellte Ziel hinaus.

Für mich persönlich bleibt nicht nur der hohe wirtschaftliche Verlust, ohne eigenes Verschulden und der damit verbundene, zermürbende Existenzkampf. Vor allem fühle ich mir den Boden unter den Füßen weggezogen, von der Politik gänzlich im Stich gelassen oder vergessen.

Am Ende bleibt mein blutendes Herz.

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