Das letzte Rauchverbots-Gefecht
Gestern stellte die «IG Freie Schweizer Wirte» den Medien ihre Volksinitiative «Für ein liberales Rauchergesetz» vor. Unterstützt wurden die Initianten dabei von Zigarrenfabrikant Heinrich Villiger. Mit viel Herzblut argumentierten die Redner, dass einer zunehmenden Bevormundung durch den Staat Einhalt zu gebieten sein, dass mündige Bürger in einer freien Marktwirtschaft selber in der Lage seien, Entscheidungen zu treffen und dass Nichtraucher das Fernbleiben der Raucher in der Gastronomie nicht kompensieren würden. Heinrich Villiger wagte sich zudem auf das heikle Gebiet der Statistiken vor, stellte die Passivrauch-Studie des Deutsche Krebsforschungszentrums in Frage und verwies auf die Gegenstudie der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten.
Die Presse hat dieses wichtige Detail nicht gewürdigt. Die Kernpunkten der Initianten der Volksinitiative wurden jedoch aufgenommen. Der Blick titelt heute auf der Frontseite: «Stumpen-Villiger für Raucherbeizen». Ausführlich berichtet der Tages-Anzeiger über die Anliegen der Initianten («Mehr Rauchen, weniger Staat»). Über die Erfolgsaussichten der Initiative schreibt er:
Ob die IG die 100’000 Unterschriften zusammenbringt, war danach weniger die Frage. Vielmehr, ob die Initiative eine Chance haben wird an der Urne – nach all den wuchtigen Nein zum Rauchen. David Herzig ist davon überzeugt und muss – auf Zürich bezogen – paradoxerweise hoffen, dass hiesige Wirte massiv unter dem Verbot leiden werden.