«Dem ästhetischen Empfinden mit der Sprache auf die Spur kommen»
Der Tages-Anzeiger hat mit dem Kunsthistoriker Peter Richter ein Gespräch geführt («Wer gerne trinkt, muss auch den Kater lieben»). Er ist Autor des neuen Buches «Lob der Promille», in welchem er «die Freude am Trinken ernsthaft in Gefahr» sieht. Zweifellos eine sympathische Haltung und Einstellung. Im Folgenden möchte ich aber einen anderen Auszug aus dem Interview zeigen, in dem sich Peter Richter zur Frage äussert, ob und wie man über den (Wein-)Genuss sprechen und schreiben sollte – ein Thema, das auch uns Zigarrengeniesser immer wieder beschäftigt:
Das grosse Beeindruckungstheater, das grosse Am-Korken-Gerieche, das Jahrgänge-Abfragen, ich weiss. Aber: Weinkenner haben auch ein grosses Wissen akkumuliert, und das Schreiben über Wein finde ich toll. Es stellt einen der letzten Versuche dar, einem ästhetischen Empfinden mit der Sprache auf die Spur zu kommen. Das ist im besten Fall höhere Poesie – die ich als Kunsthistoriker in der Beschreibung der bildenden Kunst immer mehr vermisse.