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Der therapeutische Staat

#VERSCHIEDENES #ZIGARREN 1. Oktober 2007

Was sagen die Rauchverbote über die Gesellschaften, in den wir leben? Das Magazin Novo diagnostiziert den «therapeutischen Staat». Zwei Auszüge aus «Rauchen verboten: die vernebelte Gesellschaft» (mit Dank für die Weiterleitung an Ricci Rigelhuth):

(..) Hier verfestigt sich eine Politik, die sich mehr und mehr der Regulation der persönlichen Lebensführung widmet und sich zur selben Zeit von ihrer ursprünglichen Aufgabe abwendet, so etwas wie eine «gute Gesellschaft» zu bauen. Zugleich zeigt die öffentliche Reaktion auf die Antirauchergesetze, wie stark die Bereitschaft der Bürger gestiegen ist, das offizielle «Organisieren» ihrer persönlichen Handlungsfreiheit zu akzeptieren. Viele Menschen stehen dieser Intervention des therapeutischen Staates heute aufgeschlossen gegenüber und sehen das Verhalten ihrer Mitmenschen als Problem, dem durch staatliche Schutznormen Einhalt zu gebieten ist.

(..) Doch hierbei handelt es sich nicht um eine Öffentlichkeit, die sich von einer Regierung «irreführen» lässt. Vielmehr geht es hier um ein viel grundlegenderes Problem in unserer Gesellschaft verletzlicher, misstrauischer Individuen, in der sich viele herkömmliche Verbindungen zwischen Bürgern und Gemeinschaften aufgelöst haben, ohne durch neue ersetzt zu werden. Das Thema «Passivrauchen» ist zu einem Symbol dieses zerbröselnden Lebenszusammenhangs geworden, zu einer Art Metapher für die Geisteshaltung atomisierter Bürger, die den fremd gewordenen Mitmenschen und sein Benehmen als ein Problem für das eigene Leben ansehen.

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