Fidel Castro vor politischem Comeback?
Vor einer Woche hat Fidel Castro erstmals nach seiner Operation vor zehn Monaten wieder ein Fernsehinterview gegeben. Ein kurzer Mitschnitt des Interviews ist auf Youtoube zu finden. Zur Frage, ob eine Rückkehr in die Politik geplant sei, äusserte Castro sich jedoch nur mit einem vieldeutigen «ich tue, was ich tun muss» (NZZ, Fidel Castro geht es besser).
Während die ganze Welt gespannt darauf wartet, was in der Post-Fidel-Ära mit Kuba passiert, hat sich der Machtwechsel im Land längst vollzogen – mein n-tv im Artikel Machtwechsel vollzogen – Kuba bleibt auf Fidels Kurs:
Während Castro nach der ersten missglückten Operation mit dem Tode rang, vollzog sich im revolutionären Kuba, das sich dank Fidel standhaft allen Veränderungen in der Welt widersetzt hat, der Machtwechsel, nicht demokratisch, aber wie geplant, und heute wird Kuba so geführt wie zuvor, ohne dass Fidel Castro an die Macht zurückkehren müsste.
Es war und ist auch niemand in Sicht, nicht in der neuen Führung und auch nicht in der Gesellschaft, der das, wofür Castro steht, wirkungsvoll in Frage stellen könnte. Die namhaften Dissidenten sind in Haft oder im Ausland. Eine spürbare Opposition ist nicht vorhanden. Und die Masse der Menschen in Kuba schweigt, ständig im Ausnahmezustand aus der von oben geschürten Angst, die USA, das Imperium des Bösen, werde Kuba überfallen.
Auftrieb verleiht dem revolutionären Kuba die engen Beziehungen mit Venezuela, dessen Präseident Hugo Chávez Castro Anfang Woche in Havanna besuchte. Die NZZ schreibt über das Treffen von Chávez und Castro:
Die Begegnung mit Chávez stärkt die strategische Allianz zwischen Kuba und Venezuela im Rahmen des Integrationsbündnisses Alba, der Alternativa Bolivariana para las Américas. Diesem gehören zudem Bolivien und seit dem Machtantritt der Sandinisten Anfang Jahr auch Nicaragua an. Als zugewandte Orte gelten weiter Haiti und Ecuador. Vor allem für Kuba ist Venezuela zum lebenswichtigen Wirtschaftspartner geworden, der im Schatten des amerikanischen Embargos wichtige Investitionsvorhaben finanziert und kräftig Erdöl zu Sonderkonditionen liefert.