Humidor-Wissen in Cigar Clan
Seit ein paar Tagen ist die neue Cigar Clan-Ausgabe erhältlich. Zu den freigeschalteten Beiträgen der letzten Ausgabe gehört die Humidor-Rubrik von Marc André, wo letztes Mal das Thema Zigarrenlagerung und Temperatur im Mittelpunkt stand. Ein Auszug:
Der Begriff »relative Luftfeuchte« (rF) beschreibt dabei folgendes: 1 Kubikmeter Luft kann eine bestimmte Menge Wasser, gelöst als Wasserdampf, aufnehmen. Bei 20 Grad Celsius sind das maximal 17,3 Gramm Wasser. Mehr ist rein physikalisch nicht möglich. Denn dann ist die Luft mit Wasser gesättigt, und es herrschen 100 Prozent relativer Luftfeuchte. Würde man der Luft mehr Wasser zuführen, so würde das Wasser als Nebel bzw. als Wassertropfen in der Luft verbleiben und nicht mehr gasförmig gelöst sein, das heißt, das Wasser würde auch als Niederschlag an den Wänden sichtbar werden.
70 Prozent relative Luftfeuchte bedeutet nun: In der Luft befinden sich, stets bezogen auf die aktuelle Temperatur, 70 Prozent der physikalisch maximal möglichen Wassermenge. Bei 20 Grad Celsius sind das demnach: 0,7 x 17,3 Gramm = 12,1 Gramm Wasser (gelöst) pro Kubikmeter Luft. 15 Grad Celsius warme Luft kann pro Kubikmeter Luft hingegen nur noch 12,8 Gramm Wasser aufnehmen. Bei dieser Temperatur wären bei 70 Prozent relativer Luftfeuchte also nur noch 0,7 x 12,8 = 9 Gramm Wasser (gelöst) pro Kubikmeter Luft vorhanden.
Die Konsequenz: Damit im Humidor die richtige absolute Feuchtigkeit herrscht, muss die angezeigte relative Feuchtigkeit umso höher sein, je niedriger die Temperaturen sind. Es gilt folgende Faustregel:
Pro Grad Celsius Temperaturabfall steigt die relative Feuchte um circa 3 Prozent an, wenn der Luft nicht gleichzeitig Wasser entzogen wird.
Die zweite Konsequenz: Werden Zigarren gekühlt gelagert, besteht die Gefahr, dass die Feuchtigkeit im Humidor kondensiert. Deshalb, so die Empfehlung von Marc André, ist auf eine gekühlte Lagerung (z.B. in Weinschränken) nach Möglichkeit zu verzichten.