Marktforschung mit Festival-Besuchern
In der Dominikanischen Republik beginnt heute das Procigar Festival 2012. Was mir bei meinem Besuch vor einem Jahr sehr gut gefallen hat, war ein Degustationswettbewerb, zu dem alle Teilnehmer eingeladen waren. Fünf Manufakturen steuerten je eine neutral markierte Zigarre bei und unsere Aufgabe bestand darin, die fünf Zigarren den fünf Manufakturen zu zuordnen. Für uns Europäer war diese Aufgabe schier unlösbar, weil es nicht Marken zu bestimmen gab, was schwierig genug gewesen wäre, sondern die Manufakturen erkannt werden mussten – also z.B. die Tabacalera de Garcia, die hunderte von Marken herstellt. Um diese Aufgabe zu lösen, musste man die Angebotspaletten der Manufakturen sehr gut kennen. Die Idee des Wettbewerbs hat mir trotzdem sehr gut gefallen.
In Honduras haben sich die Festivalveranstalter letztes Jahr einen anderen interessanten Wettbewerb einfallen lassen: Die Teilnehmer des «Humo Jaguar»-Festivals degustierten sieben Zigarren, die von sieben der wichtigsten Zigarren-Manufakturen des Landes für den Wettbewerb eingereicht wurden. In einer Blinddegustation wurden die Zigarren bewertet und am Ende eine Siegerin erkoren. Die Siegerzigarre der Manufaktur Tabacos de Oriente in Danlí wird nun weltweit als limitierte «Humo Jaguar 2011»-Zigarre vertrieben. 50 Cent pro Zigarre geht an ein Stipendienprogramm, das von der Vereinigung honduranischer Zigarrenproduzenten organisiert wird. In Deutschland sind die Zigarren bei Kohlhase, Kopp & Co erhältlich.
Auf diesen Ideen könnte man aufbauen: Die Besucher von Zigarren-Festivals gehören zu den Lead-Usern, den echten Freaks. Warum dieses Potential nicht besser nutzen, z.B. für die Marktforschung. Wäre es nicht spannend, wenn wir dieses Jahr über die Neuerscheinungen des nächsten Jahres mitbestimmen könnten?