Jetzt geht es dem Alkohol an den Kragen
Nach dem Willen der EU soll es nach dem Tabak jetzt den alkoholhaltigen Getränken an den Kragen gehen. Was die Maerkische Allgemeine heute im Artikel Warnhinweise auf jeder Bierflasche? schreibt, hört sich an wie ein schlechter Scherz – ist aber bereits politische Realität.
Zuerst zu den in Brüssel «unumstrittenen Forderungen»: Ein generelles Abgabeverbot von Alkoholika an unter 18-Jährige soll zukünftig die Jugend vor den Gefahren des Alkohols schützen. Wer sich heute für einen vernünftigen Umgang mit Genussmitteln auch bei Jugendlichen einsetzt, kann sich schnell die Finger verbrennen. Das hat vor einem Jahr auch der Schweizer Ständerat Rolf Schweiger erfahren, der für landesweite Schlagzeilen sorgte, weil er im Parlament zu Protokoll gab: «Ich wage zu sagen, dass diejenigen, die in der Jugend am meisten über die Schnur gehauen haben, heute wahrscheinlich zu den erfolgreicheren Teilen unserer Gesellschaft gehören.»
Knapp hat sich das europäische Parlament letzte Woche gegen Warnhinweise auf jeder Wein-, Bier- und Spirituosenflasche ausgesprochen. Trotzdem prognostiziert die Maerkische Allgemeine: Die Warnungen werden kommen. Frankreich und Grossbritannien haben bereits angekündigt, entsprechende Gesetze einzuführen.
Haarsträubend sind schliesslich die Argumente von Befürwortern («Verbraucher haben ein Recht, über mögliche Schäden informiert zu werden») und Gegnern («Wein und Bier sind Genussmittel und nicht vergleichbar mit Tabak»).