Kommt die Tabak-Preisbindung?
CVP-Nationalrätin Ruth Humbel fordert in einer Motion, dass Zigaretten nicht mehr günstiger als zum aufgedruckten Preis verkauft werden dürfen, wie 20 Minuten schreibt («Rabatte für Zigaretten sollen verboten werden»). Rabatte würden den Einstieg erleichtern und die Tabakprävention unterlaufen.
Der Vorschlag von Frau Humbel ist noch nicht ausgereift (die Hersteller können Aktionsartikel produzieren, ein entsprechendes Verbot würde gegen die Handelsfreiheit verstossen). Jedoch zeigt das Beispiel von Deutschland, dass es rechtliche Mittel und Wege gibt, um eine Tabak-Preisbindung zu installieren.
Für die Zigarrenbranche hätte eine Preisbindung zwiespältige Konsequenzen. Die Konsumenten profitieren natürlich von Rabatten und einem Preiswettbewerb. Umgekehrt würden im Handel Anbieter gestärkt, die auf Qualität setzen – niemand würde mehr Grauimporte von zweifelhafter Qualität oder schlecht gelagerte Discounter-Zigarren kaufen, wenn die Preise überall identisch sind.
Als Händler sind wir in dieser Frage natürlich Partei und wollen uns mit einem Urteil zurückhalten. Wir werden sehen.