«Kuba und die ganz grosse Ratlosigkeit»
Die Welt bietet mit «Kuba und die ganz grosse Ratlosigkeit» einen Einblick in das aktuelle Kuba jenseits der Klischees. Ein Auszug:
Filz und Korruption sind mit Händen zu greifen: Von der Plünderung des Frühstücksbüfetts durchs Küchenpersonal bis zum Hotelportier, der gefälschte Cohiba-Zigarren verkauft, aber auf Wunsch auch eine Jinetera (Reiterin) besorgt – so nennt der kubanische Volksmund die Prostituierten, die pro Nacht mehr anschaffen als das Monatsgehalt eines Chefarztes. Wie in andern postkommunistischen Staaten bereitet sich die Nomenklatura auf den Tag vor, an dem ihr Machtmonopol nicht mehr gilt: Mafia und Staatssicherheit arbeiten Hand in Hand, und Vertreter von Partei und Armee steigen in Joint Ventures ein, um sich lukrative Pfründe zu sichern.