«Lassen Sie keine Ausnahmen zu»
Auch der Tages-Anzeiger beschäftigt sich mit dem bevorstehenden Inkrafttreten des eidgenössischen Rauchverbots. Als journalistischen Service präsentiert er uns in «Ein Rauchverbot, das keines ist» die Einschätzung zur Schweizer Regelung von Frau Pötschke-Langer, ihres Zeichens Wissenschaftlerin am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg:
Was empfiehlt Pötschke-Langer der Schweiz aufgrund ihrer gesammelten Erfahrungen? «Lassen Sie keine Ausnahmen von einem umfassenden Rauchverbot in Gaststätten zu», sagt sie. «Machen Sie es so konsequent wie die Italiener, Iren, Franzosen und Skandinavier: Keine Nebenräume einrichten, wo das Rauchen gestattet ist, keine Ausnahmen für kleine Betriebe zulassen – und das Verbot funktioniert wunderbar.»
Bei allem gebührenden Respekt glaube ich, dass sich die Dame etwas im Ton vergreift. Nichtraucherschutz ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite – die Freiheit von Gästen, Mitarbeitern und Unternehmen – vergisst Frau Pötschke-Langer, wenn sie Sätze wie die folgenden sagt:
Die Wirte können abgetrennte Fumoirs einrichten; dazu kommt eine gesetzliche Bestimmung, die Pötschke-Langer empört: Die Gäste in den Fumoirs dürfen bedient werden, sofern sich das Personal schriftlich dazu bereit erklärt, in der «Giftkammer» zu servieren, wie die deutsche Expertin das Fumoir nennt.