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Spiel mit der Angst

#VERSCHIEDENES #ZIGARREN 5. September 2007

Vor gut zwei Jahren veröffentlichte das Deutsche Krebsforschungszentrum eine Studie zum den Gefahren des Passivrauchens. Ungewöhnlich rasch hat die Politik reagiert. In Deutschland gelten seit dem 1. September Rauchverbote in öffentlichen Räumen. Viele Bundesländer haben Rauchverbote auch in der Gastronomie beschlossen. In der Schweiz wird die Einführung eines generellen Rauchverbots in öffentlichen Räumen und in Gaststätten im Herbst vom Parlament beraten.

Die Pointe: Wie gross die Gefahr ist, die von Passivrauch ausgeht, weiss man nicht.

Kritik an der Studie des Krebsforschungszentrums ist schon an anderer Stelle laut geworden. Besonders akribisch und einleuchtend hat aber ein Artikel der ZEIT bereits vor zwei Jahren aufgezeigt, dass die Todesgefahr, die von Passivrauch ausgeht – selbst wenn sie existieren würde – durch besagte Studie nicht bewiesen wurde. Die Vorwürfe: Fehlende statistische Signifikanz, methodische Fehler, pauschale und wacklige Annahmen und eine fragwürdige Interpretation der Ergebnisse.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, soll die Leiterin der Studie erklärt haben, es sei unerheblich, dass es sich bei den Zahlen der Studie um ungenaue Schätzungen handle, die Schädlichkeit von Passivrauch sei belegt. Der Rauch müsse aus der Öffentlichkeit verschwinden, denn: «Eine rauchfreie Umgebung ist der beste Weg, die Zahl der Raucher zu vermindern.»

Keine Tabakpräventionskampagne hat den Menschen bisher die Freude am Tabakgenuss wirklich verdorben. Die Passivrauch-Kampagne könnte dies ändern. Gibt es ein besseres Mittel, um das Übel Tabak auszumerzen, als Nichtraucher, die bei gelegentlichem Rauchkontakt um Leib und Leben fürchten? Auf politischer Ebene hat die Angstkampagne ihren Zweck vollständig erfüllt. Dass sie auf der Basis von wackligen Daten geführt wurde, findet die Leiterin des Krebsforschungs-Institutes laut ZEIT «legitim». Solange es dem richtigen Zweck diene.

Die Rufe der ZEIT sind ungehört verhallt. Wir sind reingefallen.

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