Zurück zur Übersicht

Tabak bei Hof

#HISTORISCHES #ZIGARREN 24. September 2007

Kaiserlich-königliche Tabak-Regie

(Bildquelle: Austrian Archives)

Von der Bedeutung des Tabaks am österreichischen Kaiserhof handelt die Ausstellung «Tabak bei Hof», die in den kommenden Tagen im Rathaus des österreichischen Frastanz gezeigt wird. Voralberg online berichtet heute darüber.

Die Ausstellung zeigt kostbare Exponate und informiert über damalige Gepflogenheiten im Umgang mit dem blauen Dunst. Einige Kostproben davon sind auf der Website der Österreichischen Tabaksammlung zu finden. Hier erfährt man zum Beispiel, dass Kaiser Franz Joseph ein leidenschaftlicher Raucher war:

Er trank nicht und ass sehr massvoll. Dennoch hatte er ein Laster: er rauchte! Und darf man den Berichten von Zeitzeugen glauben, bisweilen sogar recht heftig: «Sass aber der Kaiser mit dem Grafen Paar allein im Coupé, so beschränkte sich die Unterhaltung beider auf das Entwickeln ungeheurer Rauchwolken, so dass manchmal durch den dicken Tabakqualm kaum mehr Kaiser und Generaladjutant zu unterscheiden waren» berichtet Leibkammerdiener Ketterl in seinen Erinnerungen.

Auch Kaiserin Elisabeth war dem Tabakgenuss nicht abgeneigt:

Auch über Kaiserin Elisabeth, die mit ihrem exzentrischen Lebensstil immer wieder für Aufsehen sorgte, gibt es tabakanekdotisches zu berichten. Sie soll nämlich beim Kutschieren rauchend gesichtet worden sein. Nun muss man berücksichtigen, dass im Gegensatz zu den vorhergehenden Jahrhunderten der Tabakgenuss dem weiblichen Geschlecht im 19. Jahrhundert strengstens untersagt war. Ja man sah es sogar als grob anstößig an, wenn ein Herr in Gesellschaft einer Dame rauchte. Die Herrn zogen sich daher zum Rauchen in den Rauchsalon zurück – den es übrigens auch in den kaiserlichen Appartements in der Hofburg gab. Wie gravierend der Tabubruch war, den Elisabeth mit ihrem öffentlichen Rauchen begangen hatte lässt sich an der Tatsache ermessen, dass die Begebenheit sogar bis in die Tagebücher des damaligen Polizeiministers Kempen Eingang fand.

Auch in Österreich hat man bald die für die Staatskasse segensreiche Tabaksteuer entdeckt, ursprünglich zur Finanzierung der Jagd:

Um eine kostspielige Jagd zu finanzieren brachte ihn sein Oberstjägermeister Graf Khevenhüller 1670 auf die Idee das Monopol für den Tabakanbau und Verkauf – den Tabakappalt – «zur Bestreitung der Ober Ennserischen Jagerey nottdurfft» an ihn zu verpachten. Von da an wurde das Tabakmonopol, unabhängig von den persönlichen Tabakvorlieben der einzelnen Herrscher, einmal mehr einmal weniger unter staatliche Obhut gegeben.

Weiter Entdecken