«Warum die Anti-Raucher-Kampagne Heuchelei ist»
Die gelegentlichen Zwischenrufe der Tabakfreunde im mehr oder weniger verlorenen Streit um das Rauchen in der Öffentlichkeit haben mittlerweile den Charakter von nostalgischen Rückblicken und Nachrufen. Zu dieser Textgattung zählt «Warum die Anti-Raucher-Kampagne Heuchelei ist» (Welt Online). Daraus ein Auszug:
Es ist an der Zeit, sich mit den Kehrseiten der modernen Gesundheitsbesessenheit auseinanderzusetzen. Denn wohl niemals zuvor hat die Gesundheit im Bewusstsein der Menschen eine so dominante Rolle gespielt, wurde soviel Aufwand betrieben, wurde soviel über Gesundheit nachgedacht, gejammert und geredet. Die Folge ist das Leben als ständiger Gefahrenherd für Erkrankungen, als ständige Vorbeugemaßnahme gegen mögliche Erkrankungen, und schließlich auch als ständige Angst vor möglichen Erkrankungen. Die Gefahrenpsychose wird zum Dauerbegleiter: Überall lauern Gefahren, überall werden Feinde vermutet, es entsteht ein paranoides Sicherheits- und Kontrollbedürfnis. Zuletzt wird das Leben an sich kontinuierlich seiner Fehlerhaftigkeit und Bösartigkeit überführt. Der Kampf gegen das Rauchen bietet sich an zum großen Stellvertreterkrieg.