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Zum Wochenauftakt etwas Psychoanalyse

#VERSCHIEDENES #ZIGARREN 2. Juni 2009

Ich melde mich zurück aus den Pfingstferien, mit einem Text über den Psychoanalytiker Paul Parin, der im Magazin des Tagesanzeigers erschienen ist. Darin stehen schöne Sätze wie der folgende:

Nach dem Zerfall der Sowjetunion suchte man mit Suchscheinwerfern nach einem inneren Feind, um sagen zu können: Da gibt es eine Gefahr und wir, wir Regierenden, können euch davor beschützen. Und fand das Rauchen. Die Machthaber sagen: Wir schützen euch vor der Vogelseuche oder den Rauchern. Aber sie sagen nie: Wir schützen euch vor uns.

Dann entwickelt Parin die These, dass Politiker süchtig nach Macht seien. Und schliesst:

Doch die klassische Libido-Theorie reicht nicht hin, das zu erklären. Und da sich die Mächtigen nicht auf die Couch legen, sehe ich vorerst keine andere Möglichkeit als all das, was man über Suchtverhalten weiss, endlich auf die Probleme der Tagespolitik, auf Probleme der Wirtschaftspolitik anzuwenden. Mir schwebt eine Institution vor, die den Mächtigen wieder die Macht entzieht. Uns alle quasi als Passivraucher vor ihnen schützt. Eine solche Plattform zu bilden, wäre die Aufgabe der Medien, aber die sind ja nach demselben Stoff süchtig.»

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