Abkehr vom Triumphalismus
Die gestiegenen Erdöl- und Nahrungsmittelpreise setzen der kubanischen Wirtschaft zu. Wie dramatisch die Auswirkungen für Kuba sind, zeigt der NZZ-Artikel «Kuba wartet auf seine Zukunft»: Als Folge des Preisansteigs sind die kubanischen Staatsausgaben um 29 Prozent gewachsen. Raúl Castro will die Krise durch eine «Abkehr vom Triumphalismus» seines Bruder Fidel bewältigen («Kein Land kann für den Einzelnen mehr ausgeben, als dieser selbst produziert»). Bis in vier Jahren sollen Landwirtschaftsreformen die Reisproduktion auf das vier- oder fünffache steigern und die Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten reduzieren.
Der Artikel vergleicht die aktuelle Situation mit der Krise nach dem Ende der Unterstützung durch das kommunistische Osteuropa:
Was sich auf Kuba anbahnt, erinnert an die Jahre nach dem Ende des Kommunismus in Osteuropa, als das kubanische Bruttosozialprodukt um 34 Prozent einbrach. Damals wurde der «período especial» eingeführt, jene Sonderperiode, die auch als Kriegswirtschaft in Friedenszeiten bezeichnet wurde. Bohnen seien wichtiger als Kanonen, lautete damals die vom heutigen Staatschef ausgegebene Losung.