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Die Königin der Havannas

Cohiba ist ein Kind der kubanischen Revolution. Wie die Marke zum Aushängeschild der postrevolutionären Havannas wurde.
#GESCHICHTE #KNOW-HOW #ZIGARREN 8. November 2020

Als die kubanische Revolution losbrach, kämpfte Bienvenido Pérez Salazar, genannt Chico, an der Seite von Fidel Castro. Vor dem Ausbruch der Kämpfe lernte Chico das Handwerk des Zigarrenrollers und arbeitete später in der Por Larrañaga-Manufaktur in Havanna. Schliesslich eröffnete er in Havanna ein erstes Zigarrengeschäft, später folgten weitere. Zudem gründete er eine eigene Zigarrenmarke. Sein unternehmerischer Erfolg hinderte ihn aber nicht daran, sich vor der Revolution für die Rechte der Arbeiter einzusetzen. Chico wurde zum Chef-Bodyguard von Fidel Castro, und eines Tages kam es zur bekannten Episode, dass der Maximo Líder eine von Chicos Zigarren probierte und von diesen sehr angetan war. Der Roller dieser Zigarren war Eduardo, ein Freund von Chico, der für sich selber und Freunde eine spezielle, sehr schlanke Zigarre rollte, die wir heute als «Lancero» kennen. So erhielt Eduardo den Auftrag, sich ganz der Produktion dieser speziellen Zigarren zu widmen, und wurde, ohne es zu wissen, zum Hoflieferanten von Fidel Castro.

Drei Jahre nach dieser Begebenheit, im Jahr 1965, beauftragte Fidel Castro Chico damit, eine Rollerschule für Frauen aufzubauen. Adargelio Garrido de la Grana beschreibt im Buch El Libro de Cohiba folgenden Dialog zwischen Castro und Chico: «Chico, are there women cigar rollers?» – «Very few, Comandante.» – «How long does it take to train a cigar roller?» – «A year or so.» – «How much does that cost?» – «I haven’t the faintest idea, Comandante.» Fidels Plan war es, für die Frauen eine neue Arbeitsmöglichkeit zu erschliessen, denn vor der Revolution waren nur wenige Frauen als Torcedoras tätig. Chico nahm die Aufgabe an und wählte Eduardo und drei weitere Master-Torcedores als Mitstreiter für sein Unterfangen aus. Die Ausbildung begann mit vier Frauen, die alle mit Chico verwandt waren. Eine der Frauen erinnert sich: «We learnt everything, or almost everything, related to tobacco. We were taught how to recognize the blend so as to avoid problems at the rolling stage, we also did other work, for example, cleaning the premises.» Im Frühling 1966 arbeiteten die Frauen bei der Ernte mit und lernten von den Tabakbauern. Nach einem Jahr umfasste das Ausbildungsprogramm bereits 100 Frauen. Bei der Entwicklung der Rollerschule genossen Eduardo und Chico viele Freiheiten. Sie hatten Zugriff auf die besten Tabake und rollten in einer Anfangsphase nur ein einziges Format – die von Fidel Castro so geschätzte Lancero im Format Laguito No. 1. In diesem Jahr wurden die Zigarren der Schule zum ersten Mal als Geschenk an Diplomaten und Regierungsmitglieder aus dem Ausland übergeben.

Im Jahr 1966 begann die Suche nach einem geeigneten Namen für die Zigarren des weiblichen Rollerteams. Zur Diskussion stand unter anderem «Palmas», als Referenz an die Königspalme, den kubanischen Nationalbaum. Die Verantwortlichen suchten nach einem Symbol für die Kultur des Landes und des kubanischen Tabaks. Schliesslich entdeckte Celia Sánchez Manduley, Fidel Castros Assistentin, die neben ihm in der Sierra Maestra gekämpft hatte, den Namen Cohiba. Der Begriff stammt aus der Sprache der Taínos-Indianer, die vor Kolumbus Kuba besiedelten, und wurde als Bezeichnung für Tabak verwendet. Je nach Quelle bezeichnet der Begriff Cohiba die Tabakblätter oder die gerollte Zigarre. Aufzeichnungen aus der kolumbianischen Zeit berichten davon, dass die Indianer während religiösen Zeremonien Cohibas rauchten: «(..) they go into the hut devoted to the god and inhale the Cohiba, the name used to refer to the plant which produces ecstasy of the spirit».

Zwei Jahre nach der Gründung der Schule bezogen die Rollerinnen das Gebäude El Laguito, in dem bis heute Cohibas gerollt warden. In El Laguito entstanden 1967 die beiden Formate Coronas Especiales (Laguito No. 2) und Panetelas (Laguito No. 3). Weitere zwei Jahre dauerte es, bis der erste Markenauftritt für Cohiba entwickelt war. Er zeigte Tabakblätter, kreisförmig um den Schriftzug Cohiba angeordnet. Der stilisierte Kopf eines Taino-Indianers war damals noch nicht Bestandteil des Logos. Im Jahr 1970 wurde aus der einstigen Rollerschule endgültig eine Zigarrenmanufaktur. Die Öffentlichkeit erfuhr zum ersten Mal in den frühen 1970er Jahren von der Existenz der Marke Cohiba. 1975 wurden die drei Cohiba-Formate am ersten Kongress der Kommunistischen Partei präsentiert. Ab 1979 durften kubanische Zigarrengeschäfte Cohiba-Zigarren zum Verkauf anbieten. Erst 1982, zwölf Jahre nach der Gründung der El Laguito-Manufaktur, begann die internationale Vermarktung von Cohiba mit einer Präsentation im Ritz Hotel in Madrid.

Cohiba ist ein echtes Kind der kubanischen Revolution. Wo sonst wäre es möglich gewesen, eine Marke und die dazugehörigen Luxuszigarren über Jahrzehnte zu entwickeln, ohne überhaupt an eine Kommerzialisierung zu denken. Seit Cohibas aber auf dem Markt erhältlich sind, feiert die Marke weltweit grosse Erfolge. Die exzellente Qualität, Tabake der Vegas Primeras und die geheimnisvolle dritte Ferentation der Cohiba-Einlagetabake in Holzfässern machen Cohiba-Zigarren zu einem begehrten Premium-Produkt. Zum Cohiba-Sortiment gehört heute die Serie Clasico, die ikonische Siglo-Serie, die sechs Formate für jedes Jahrhundert seit der Entdeckung Amerikas umfasst und schliesslich mit der Medio Siglo zum 50. Geburtstag der Marke ergänzt wurde. Cohiba Maduro 5 erweiterte das Cohiba-Angebot um drei Zigarren mit dunklem Maduro-Deckblatt. Die Cohiba Behike gehört zu den begehrtesten und seltesten Zigarren der Welt. Nur in dieser Linie verarbeitet Kuba das aromatische Medio-Tiempo-Blatt.

Cohiba

BHK 52

58.00 CHF

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