Cohiba-Trittbrettfahrerei
Heute fragte ein Kunde, ob wir eine Zigarre names Cohiba Black liefern könnten. Können wir nicht – bei der gesuchten Zigarre handelt es sich um die amerikanische Cohiba-Version, die in der dominikanischen Republik produziert wird.
Für einen nichtsahnenden Aficionado ist dieser Umstand auf den ersten Blick nicht erkennbar. Die Produktbeschreibung der amerikanischen Cohiba bezieht sich ganz bewusst auf die echte, kubanische Cohiba. Dass die amerikanische Cohiba nichts mit dem Original aus Kuba zu tun hat, wird mit keinem Wort erwähnt:
(..) As perhaps the most recognized name in cigars worldwide, Cohiba has been an icon for what many consider to be “the best.” Debuting in Cuba shortly after Castro came to power, Cohiba cigars were made from the country’s top 1% of leaves harvested and the cigars were reserved for diplomatic gifts and government VIP’s. In fact, speculation exists that the brand was initially made for Fidel Castro who considered the blend his favorite.
Schuld an den kubanisch-amerikanischen «Doppelmarken» (auch Romeo y Julieta, Partagas und andere Labels sind betroffen) ist je nach Sichtweise das amerikanische Kuba-Embargo, oder die kubanische Revolution. Die Hintergründe dazu hat Cigar Clan im Artikel Ungleiche Zwillinge beschrieben.
Viele der Doppelmarken wurden ursprünglich von ihren ehemaligen kubanischen Eigentümern registriert. So gesehen war die Trittbrettfahrerei damals in einem gewissen Sinn durchaus berechtigt. Im Falle der Cohiba – einer postrevolutionären Markenschöpfung – gilt dieses Argument aber definitiv nicht.