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Das soziologische Raucher-Profil

#VERSCHIEDENES #ZIGARREN 20. Oktober 2006

Ein Kommentar von Ricci, den ich mit diesem Post etwas länger sichtbar mache.

Das soziologische Raucher-Profil,
oder auch: TÄTER-PROFIL
(Auszug: Rauchen Sie? Verteidigung einer Leidenschaft von Imre von der Heydt, Dumont, ISBN 10:3-8321-7931-3)

Bereits der legendäre «Terry-Report» hatte festgestellt, daß Raucher nicht nur bei den allgemein verdächtigen Erkrankungen wie Lungenkrebs eine höhere Sterberate aufweisen. Nein, die Raucher hatten erstaunlicherweise auch in fast allen anderen Kategorien – inklusive Selbstmord – die höchsten Todesraten aufzuweisen.
Andere Studien ergeben, daß Geschiedene(mit 44%) weitaus häufiger rauchen als Verheiratete(26%). Auch die Angaben zu den Arbeitslosen werden bestätigt:
Mit 47& rauchen sie weitaus häufiger als Erwerbstätige.
In unzähligen weiteren Studien wird belegt, daß Raucher häufig auch mehr trinken, sich häufig schlechter ernähren, fettreicher und vitaminarmer essen, nicht richtig frühstücken, weniger Sport treiben, weniger schlafen und viele andere Verhaltensweisen an den Tag legen, die ebenfalls im Verdacht stehen,
das Risiko für bestimmte Erkrankungen zu erhöhen.
Noch völlig unberücksichtigt sind hier die psychischen bzw.psychologischen Komponenten. So hat man festgestellt, daß Raucher generell eine höhere Risikoneigung haben. Raucher sind extrovertierter, sprunghafter,risikofreudiger. Raucher haben auch häufiger Sex. Raucher schnallen sich sogar beim Autofahren tendenziell weniger an (ganz böse,böse)

Man möchte fragen:
Raucher – sind das alles VERÜCKTE denen ohnehin nicht zu helfen ist ?
Reden wir hier tatsächlich noch über die Gefahren des Rauchens ?
Oder geht es nicht vielmehr generell um die gesundheitlichen Risiken in den Lebensgewohnheiten bestimmter sozialer Gruppen oder Charaktertypen ?
Haben wir womöglich kein Tabakproblem, sondern in Wahrheit ein generell menschliches Problem ?
Denn mit etwas Ruhe und Abstand könnten wir auch zu dem Schluss kommen, daß Raucher Menschen sind wie jeder andere auch- mit Stärken, Schwächen, Träumen, Ängsten. Zu ihnen gehören Akademiker und Arbeiter, Frauen wie Männer, Beamte wie Lehrer,Künstler, Träumer und Exzentriker; und nicht zu vergessen die unüberschaubare Zahl von im Lande verstreuten Alltagsneurotikern und kleinbürgerlichen Psychopathen.
Kurz: ganz normale Leute.
Bei jedem von ihnen sprechen wir über einen einzigartigen Entwurf eines menschlichen Lebens – mit einer Zeitspektrum, die vielleicht 70 Jahre umfaßt, vielleicht nur 50, die vielleicht im nächsten Augenblick vorüber ist.

Und jeder von ihnen lebt etwas anders:
Der eine raucht viel, trinkt gerne Bier, lebt in der Stadt, hat einen stressigen Beruf und Übergewicht. Er ist Feuerwehrmann oder Gesamtschullehrer. Der andere raucht auch, treibt aber viel Sport und achtet auf seine Ernährung. Er ist Schriftsteller oder Krankenpfleger.

Welche gesundheitspolitische Richterinstanz will sich hier anmaßen, ein pauschales Urteil über die eine oder andere Lebensweise zu fällen ?

Im Zweifel handelt sich es um Menschen, die nicht auf die Welt gekommen sind, um als Gesundheitswunder statistische Rekorde zu brechen, sondern um zu leben, so gut sie können und so gut es geht. Mit all den Sehnsüchten und Ängsten, Traurigkeiten und Träumen, die zum menschlichen Dasein dazugehören.

Gilt es nicht, dies zu respektieren, diese Freiheit zu verteidigen ?

(Im Buch zu finden auf Seite 98-100)

Das ist doch wirklich schön auf den Punkt gebracht und viele von uns werden sich in diesen Gedanken wiederfinden.
Ich bin nicht auf die Welt gekommen um so zu sein wie andere mich gerne hätten, sondern so wie ich bin.

Gas geben, länger Leben !

Beste Grüße aus einem freien Haus,
Ricci Riegelhuth

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