Demokratie mit Vorbehalten
Die NZZ hat sich im Artikel «Das schönste und das allerschlimmste Land» auf die Spuren des zerfallenden kubanischen Sozialismus begeben und wagt einen Blick auf die Zeit nach Castro:
In der «Granma» häufen sich die Todesmeldungen von treuen Revolutionären, das ganze Land ist bereits auf das Ableben seines einstigen charismatischen Führers vorbereitet. Nachfolger, welche die einstigen Ideale der Revolution vertreten, gibt es kaum mehr. Vieles deutet darauf hin, dass sich der Sozialismus in Kuba gemeinsam mit den Revolutionären verabschieden wird.
(..) Lenin García meint, dass Kuba reif für eine Demokratie sei, aber mit gewissen Vorbehalten. Das Land könne sehr wohl unterscheiden zwischen Fehlern und Errungenschaften des Regimes der Brüder Castro. Der Sozialismus habe nicht nur gerechtere soziale und sichere Verhältnisse gebracht, sondern auch die Bevölkerung gelehrt, selbstbewusst aufzutreten und sich nicht unterjochen zu lassen. Diese Errungenschaften dürften nicht um jeden Preis geopfert werden. Kuba soll sich daher seiner Meinung nach dem – von Hugo Chávez ausgerufenen – Sozialismus des 21. Jahrhunderts anvertrauen.