Zurück zur Übersicht

«Der Stalinismus in Havanna hat einen neuen Höhepunkt erreicht»

#FERNWEH #ZIGARREN 16. Juli 2009

… zu diesem Schluss kommt der Artikel Säuberungswellen-TV auf Kuba der Financial Times Deutschland. Der Beitrag liefert Argumente gegen jede Art von Revolutionsromantik. Ein Auszug:

(..) Raúl Castro arbeitet hart daran, [in der Rangliste der übelsten Diktatoren der Welt] weiter aufzuholen. Der kleine Bruder des gebrechlichen Fidel Castro überzieht Kuba derzeit mit einer skurrilen Propagandaschlacht, wie sie der sozialistische Inselstaat lange nicht gesehen hat. Tausende Mitglieder der Kommunistischen Partei Kubas bekommen in diesen Wochen ein dreistündiges Video über die jüngste Säuberungswelle im Land vorgeführt, das vor allem eines zum Ziel hat: Angst und Schrecken unter den eine Million Genossen zu verbreiten.

Düster ist auch der aktuelle Lagebericht von Oscar Alba, der für den Tagesanzeiger, die Baslerzeitung und den Bund schreibt. Auszüge aus seinem Artikel Kein Geld, kein Strom, keine Hoffnung:

Kuba steht vor dem Bankrott. Ausländische Unternehmen stoppen Lieferungen, weil sie seit Anfang Jahr keinen roten Rappen mehr erhalten haben. Die kubanischen Banken haben kein Geld mehr. Auf der spärlichen Lebensmittelkarte fürs Volk ist bereits die Bohnen- und Salzration reduziert worden. In den Läden ist das Angebot so dürftig wie seit Jahren nicht mehr. Damit die Lichter im Land nicht ganz ausgehen, wird Tausenden Staatsbetrieben jeden Tag für mindestens fünf Stunden (von acht bis ein Uhr mittags) teilweise oder total der Strom abgeschaltet. Läden und Büros werden in diesen Zeiten zu Backöfen. Computer sind wegen Überhitzungsgefahr ausgeschaltet, Produkte in den Regalen verderben.

In den 50 Jahren Revolution ist das Land zu einem Bürokratiekoloss mutiert, stets damit beschäftigt, sich selber über Wasser zu halten, aber praktisch unfähig, etwas zu produzieren. Über 80 Prozent der Lebensmittel müssen für teures Geld im Ausland eingekauft werden. Das Land importiert viermal mehr, als es exportiert. Das Minus in der Handelsbilanz beträgt 10,5 Milliarden Dollar. Jetzt läuten sogar die Ökonomen im Staatsdienst die Alarmglocken: So kann kein Land überleben.

Weiter Entdecken