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Habanos for China

#VERSCHIEDENES #ZIGARREN 14. Februar 2006

Von den 160 Millionen Premium Zigarren aus Kuba dürfte ein stattlicher Anteil nach China exportiert worden sein. Dies lässt zumindest der Artikel «Chinas Neureiche schwelgen im Luxus» (Berliner Zeitung) vermuten.

Die Entwicklung im Zigarrenmarkt China trifft die Branchengrössen selbstverständlich nicht unvorbereitet. Vor längerer Zeit bereits habe ich über das Engagement von Altadis und Davidoff in China geschrieben.

Einige Leser erinnern sich vielleicht auch noch an den Beitrag über den persönlichen Zigarren-Dreher von Mao.

Dienstag, 14. Februar 2006, Berliner Zeitung
Chinas Neureiche schwelgen im Luxus

300 000 Dollarmillionäre gibt es inzwischen in der Volksrepublik und sie lieben teure Marken
Jutta Lietsch

PEKING. Beim Porsche-Händler an der Pekinger Straße des Ewigen Friedens herrscht Hochbetrieb: Die Verkäufer eilen zwischen ständig klingelnden Telefonen und der Kundschaft hin und her. Ein unauffällig gekleideter Herr inspiziert einen knallroten Zweisitzer. Der Cayman S – Preis in Standardausführung gut 95 000 Euro – ist das einzige Auto, das Verkäufer William Chuang heute im Laden hat. Seine Porsches verkaufen sich in diesen Tagen wie warme Semmeln. «Die Warteliste reicht bis zum Mai», sagt er. «Die Unternehmen haben gerade ihre Jahresabschlüsse gemacht. Wer gut verdient hat, belohnt sich, seine Frau oder seine Geliebte mit einem teuren Wagen.»

Erfolgreiche Manager erhalten von ihren Firmenbossen schon mal einen Porsche als Prämie. Rund 25 Sportflitzer und mehr als 90 Cayenne-Geländewagen für umgerechnet je rund 180 000 Euro verkaufte allein Chuangs Filiale 2005. Etwa 2 000 Porsches fahren bereits im Reich der Mitte, darunter vier Carrera GT für jeweils rund 650 000 Euro. Chuang hat, seitdem die Filiale gegenüber dem traditionsreichen Peking Hotel vor sechs Jahren öffnete, persönlich über 100 Porsches verkauft. Auch noch teuere Luxuskarossen wie Ferrari, Bentley oder Rolls Royce rollen mittlerweile über Chinas Straßen – wegen der hohen Importsteuern können sie über eine Million Euro kosten.

Edelfirmen bauen Präsenz aus

Kein extravagantes Modell, das in China nicht ankommt: Geländewagen der Luxus-Klasse werden mittlerweile gern von Kohlebergwerksbesitzern und Immobilienhändlern gekauft. Luxus ist in in China. Über ein Vierteljahrhundert nach Beginn der Wirtschaftsreformen und 14 Jahre, nachdem KP-Führer Deng Xiaoping seinen Untertanen «Reich werden ist ruhmreich!» zurief, scheint alles möglich. Rund 300 000 Dollarmillionäre gibt es inzwischen in der Volksrepublik – Haus- und Grundbesitz nicht mitgerechnet. Die 100 wohlhabendsten Chinesen besaßen 2005 jeweils durchschnittlich 400 Millionen Dollar. Damit stieg das Vermögen der Superreichen gegenüber 2004 um 38 Prozent, ermittelte die US-Zeitschrift Forbes.

Viele Chinesen sind bereit, ihr Geld für teure und prestigeträchtige Dinge auszugeben, die ihnen das Gefühl vermitteln, den Anschluss an die Eliten der Welt gefunden zu haben. «Hast Du was, bist Du was», lautet ihre Lebensphilosophie. Sie tragen exklusive Schweizer Uhren, trinken edle französische Cognacs und streifen sich handgefertigte italienische Schuhe über. Armani-Anzüge, Mont Blanc-Füllfederhalter, Hennessy-Cognac und Davidoff-Zigarren – China ist für diese Marken längst eine feine Adresse. Die Volksrepublik ist mittlerweile drittgrößter Markt für Luxusmarken: Zwölf Prozent der teuersten Designertaschen, – schals, -schuhe und -uhren werden heute in chinesischen Geschäften verkauft. Innerhalb der nächsten zehn Jahre, so prophezeien Banker, könnte China als Markt für Luxusgüter Japan und die USA überholen.

Alle großen Edelmarken bauen ihre Präsenz aus. Die Modefirma Armani plant zum Beispiel, die Zahl ihrer Geschäfte bis zum Jahr 2008 auf 30 zu verdoppeln. Das Modeunternehmen Prada eröffnete sechs Läden innerhalb eines halben Jahres. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Ernest & Young mit dem Titel: «China, der neue Schoß des Luxus» erreicht der Umsatz von Edelprodukten inzwischen rund zwei Milliarden Dollar im Jahr. Bis 2008 könnte dieser jedes Jahr um 20 Prozent steigen. Dabei sind es nur zwei Prozent der 1,3 Milliarden Chinesen, die betucht genug sind, um im Überfluss zu schwelgen: Unter der Führung der Kommunistischen Partei hat sich eine extrem ungleiche Gesellschaft entwickelt, in der zehn Prozent der Bevölkerung nach offiziellen Statistiken über 45 Prozent der Vermögen verfügen.

Die neuen Reichen bauen sich «Chateaus» nach dem Vorbild europäischer Schlösser. Sie leben in exklusiven Villenvierteln und bewachten «gated communities» (eingezäunten Gemeinden) am Stadtrand. Sie ersteigern bei Christie’s und Sotheby’s in Hongkong wertvolle Porzellane und Gemälde, leisten sich private Pferdezuchten, lassen sich neuerdings auch Yachten am Perlfluss zimmern und fädeln Deals beim Golfspiel ein. China besitzt inzwischen über 200 Golfplätze, nur Japan hat in Asien mehr. Weitere 160 werden derzeit angelegt. Wer Mitglied im exklusiven Sheshan-Club von Shanghai werden will, muss knapp 140 000 Euro hinblättern.

Nicht alle Yuan-Krösusse stellen allerdings ihren Reichtum zur Schau: Nachdem in letzter Zeit mehrere Multimillionäre wegen korrupter Geschäfte ins Gefängnis gewandert sind, verhalten sich einige ihrer Kollegen vorsichtiger. Denn wer zu viel prasst, könnte den Neid hoher KP-Funktionäre hervorrufen, die ihren Anteil haben wollen – oder die Genossen von der Steuerfahndung in Marsch setzen.

Porsche-Händler Chuang ist zuversichtlich: «Wenn die Situation im Land stabil bleibt», sagt er, «sieht die Zukunft für uns sehr gut aus». Seine Sportwagen werden meist als Dritt- oder Viertwagen gekauft – als Ergänzung zu BMW oder Mercedes. Er rechnet fest mit steigender Nachfrage: «Es gibt so viele Millionäre in China und es werden immer mehr.» In seinem Laden hat sich der unauffällige Herr, ein gerade aus den USA zurückgekehrter Geschäftsmann, inzwischen für ein Modell entschieden: den Cabrio 911 Carrera 4S für umgerechnet knapp 159 000 Euro.

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