Habanos in der Schweiz sehr stark
Wie geht es der Zigarrenbranche zwischen Weltwirtschaftskrise und Rauchverboten? Die kubanische Zigarrenindustrie hat im vergangenen Jahr gelitten, die weltweiten Exporte gingen wertmässig um 7.7 Prozent zurück, wie Deutschlands Habanos-Importeur 5th Avenue im neuen Cigar Journal schreibt.
In der Schweiz kann anhand der Einfuhrstatistiken der Eidgenössischen Zollverwaltung auf die Importe geschlossen werden. Vor einem Jahr habe ich die Entwicklung anhand des Werts der eingeführten Zigarren beschrieben. Ein Branchenvertreter hat mich später zu Recht darauf aufmerksam gemacht, dass die Statistiken der Stückzahlen aussagekräftiger sind, weil ein Rückgang der wertmässigen Zahlen auch bedeuten kann, dass die Beschaffungspreise gesunken sind, was nicht per se einer negativen Entwicklung gleichkommt. Deshalb soll die Entwicklung im Folgenden anhand der eingeführten Stückzahlen betrachtet werden (Diagramme in hoher Auflösung als PDF):

In einer eigenen Liga spielen weiterhin Kuba und die Dominikanische Republik. Das sprunghafte Wachstum der Kuba-Importe von plus 27 Prozent auf über 8.2 Millionen Stück ist angesichts des weltweiten Rückgangs eine grosse Überraschung. Er wird auch von den wertmässigen Zahlen (von 20.2 Mio CHF 2008 auf 25.7 Mio CHF 2009) widerspiegelt. Die Importe aus der Dominikanischen Republik bewegen sich dagegen praktisch auf dem Vorjahresniveau.

Nicaragua und Honduras liegen mit ihren Importstückzahlen noch in einem sechsstelligen Bereich. Wie vor einem Jahr erklärt, lässt sich der Rückgang der Honduras-Importe zwischen 2006 bis 2008 mit dem Umzug von Zino Classic von Honduras in die Dominikanische Republik erklären. Prominenter Neuzugang aus Honduras im vergangenen Jahr war Camacho. Das Honduras-Wachstum dürfte hauptsächlich auf dieses Konto gehen. Nicaragua bleibt mit Erfolgsmarken wie Oliva oder Casa de Torres weiterhin stark.
Die Statistiken bilden nicht 1:1 das tatsächliche Einkaufsverhalten der Zigarren-Konsumenten ab. Der Anstieg der Kuba-Importe kann beispielsweise auch durch Lageraufstockungen von offiziellen und nicht-offiziellen Habanos-Importeuren und der Fachhändler mit verursacht worden sein. Insgesamt zeigen die Zahlen aber einen Trend auf, der zum ersten Mal seit drei Jahren wieder positiv ist.