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Hochzeit der Tabaköle

#ZIGARREN 27. August 2008

Cigar Aging, das Reifen von Zigarren über Jahre und Jahrzehnte, ist ein Gebiet, das vor allem seit dem Erscheinen der Illustrierten Enzyklopädie der postrevolutionären Havanna-Cigarren von Min Ron Nee viel Aufmerksamkeit erhält. Auch das neue European Cigar Cult Journal widmet sich dem Thema.

Über die Vorteile des Cigar Agings sind sich die Experten einig: Zigarren, speziell jene aus Kuba, verändern ihren Charakter nach längerer Lagerung. Geschmack und Aromen werden weicher, eleganter, komplexer. Das Wissen über die chemischen Prozesse während der Langzeitlagerung ist aber noch sehr begrenzt.

Min Ron Nee beobachtete vier Aging-Phasen: 1. Sick Period: Ammoniak-Abbau (einige Monate bis 2 Jahre). 2. Erste Reifung: Laufende Fermentation (2-5 Jahre). 3. Zweite Reifung: Tanninzerfall und Bildung neuer Duft- und Aromastoffe (15-25 Jahre). 4. Dritte Reifung: Bildung dichter und komplexer Aromen als Resultat einer «geheimnisvollen chemischen Reaktion».

Min Ron Nee merkt dabei an, dass nicht jede Havanna jede Aging-Phase erreichen kann. Zigarren mit weniger Potential verlieren irgendwann ihre Aromen, der Geschmack wird flach und leblos.

Im European Cult Journal-Artikel werden zwei Phasen unterschieden: 1. Abbau von Bitterstoffen und Ammoniak. 2. Die «Hochzeit der Tabaköle». Jedes Tabakblatt hat einen individuellen Geschmack. Durch die Verbindung der Tabaköle entstehen neue Aromen.

Ein spannendes Thema, das bestimmt noch viel Genuss-Potential birgt. Für den alltäglichen Zigarrengenuss wird aber wohl weiterhin gelten, was Aficionado im Cigar Wiki zum Thema schreibt: «Hand aufs Herz: Für die meisten von uns bleibt das pure Theorie».

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