Interview mit Davidoff-CEO zum Tabakwerbeverbot
In der Mittelland Zeitung ist im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Gesundheitsgesetz des Kantons Solothurn, über das am 26. November abgestimmt wird, folgendes Kurzinterview mit Dr. Reto Cina, CEO der Oettinger Davidoff Group, erschienen:

(Bildquelle: Davidoff)
«Bedenkliche Verbotskultur»
Ist das drohende Tabak-Werbeverbot im Kanton Solothurn beim Global Player Oettinger Davidoff überhaupt ein Thema?
Reto Cina: Selbstverständlich ist es ein Thema. Wir haben in der Schweiz 29 Tabakfachgeschäfte, eines davon in Solothurn. Als Grossist beliefern wir zusätzlich weitere Verkaufspunkte im Kanton. Wir wären von einem solchen Verbot erheblich betroffen.
Das Solothurner Antitabak-Gesetz wäre das bisher strengste in der Schweiz. Angenommen, es wird wirksam, schwächt das Davidoff?
Cina: Selbstverständlich schwächt uns diese Gesetzgebung, und insbesondere führt dies zum Ergebnis, dass man in der Schweiz ein legales Produkt in einem entsprechenden Fachgeschäft dieser Produktkategorie nicht mehr ausstellen darf.
… und wenn das Solothurner Beispiel Schule macht?
Cina: Das Solothurner Beispiel kann gar nicht Schule machen, da es nicht im Interesse des Bürgers liegt, dass solche überzogenen Verbote langsam das gesamte Leben in Beschlag nehmen. Wenn es aber Schule machen sollte, würde das in der freien Schweiz zu einer ganz bedenklichen Verbotskultur führen.
Denken wir uns dieses Szenario zu Ende: Wären schliesslich Arbeitsplätze gefährdet?
Cina: Natürlich, und zwar nicht nur auf Einzelhandelsebene, sondern auch in den vorgelagerten Stufen wie Produktion, Handel und so weiter.
Was unternehmen Sie vor der Abstimmung gegen diese Vorlage?
Cina: Wir betreiben Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit über die Konsequenzen dieses widersinnigen Verbots.