Zurück zur Übersicht

Kubanischer Sonderweg

#FERNWEH #ZIGARREN 3. September 2007

In Kuba denkt man über die Zukunft nach. Am vergangenen Donnerstag hat die NZZ im Artikel Kubas Revolutionäre in der Sackgasse über Reformideen der Regierung von Raúl Castro und über die Suche nach einem kubanischen Sonderweg weg vom dogmatischen Sozialismus berichtet. Zwei Auszüge:

Die Führungsriege um Raúl Castro hat offenbar die Ende der neunziger Jahre von dessen älterem Bruder anästhesierte Diskussion um eine Transition von einem sozialistischen zu einem mindestens in Teilbereichen von Marktkräften beherrschten Wirtschaftssystem wiedererweckt. An einem von offizieller Seite veranstalteten Seminar dachten dieser Tage in Havanna kubanische Intellektuelle laut über die Zukunft des Insel-Sozialismus nach und brachen damit ein Tabu.

Eine Philosophieprofessorin kam zur verblüffenden Einsicht, es gebe den Markt, sowohl in Kuba als auch auf globaler Ebene, und damit müsse man sich abfinden. Die gemischte Wirtschaft, so ein anderer Philosoph, sei zuzulassen, und zwar nicht nur für Joint Ventures mit ausländischen Unternehmen, sondern auch für kubanische Betriebe. Mehrfach kritisiert wurde die mangelnde Beteiligung der Bevölkerung an wirtschaftlichen und politischen Entscheiden, die exzessive Zentralisierung sowie die grassierende Korruption. Ganz der Inselmentalität der Kubaner entsprechend, zeigte sich niemand begeistert von der Idee, das chinesische oder vietnamesische Modell zum Vorbild zu nehmen. Stattdessen wurde betont, wie wichtig es sei, einen eigenen, kubanischen Weg zu einem neuen Sozialismus zu finden.

Weiter Entdecken