Luxusmarketing oder Preiskrieg?
Ein Thema, das uns Zigarren-Geniesser im neuen Jahr beschäftigen wird, ist das Verhältnis Kuba-USA. Was passiert mit dem Markt für Havanna-Zigarren, wenn das amerikanische Wirtschaftsembargo gegen Kuba fällt? James Suckling von Cigar Aficionado hat darüber mit Manuel Garcia, dem Commercial Director von Habanos SA, gesprochen («Their Man in Havana»).
Manuel Garcia glaubt, dass Kuba für eine Marktöffnung bereit wäre. Sowohl im landwirtschaftlichen Bereich als auch in der Industrie bereite sich Kuba auf eine Öffnung des Marktes vor. Tabakreserven seien vorhanden, und die Infrastruktur für die Fertigung würde zur Verfügung stehen. Schliesslich sei in Pinar del Rio auch genügend Land für eine Steigerung der Tabakproduktion vorhanden. Aus den Fehlern der Produktionssteigerungen von 1999 bis 2001 habe Kuba gelernt, nicht zuletzt dank der Hilfe von Investor Altadis.
Um die Jahrtausendwende kämpfte Habanos mit einer hohen Rate schlecht ziehender Zigarren – laut Garcia die Folge der zu ehrgeizigen Expansionspolitik. Seither setzt Habanos wieder auf Qualität statt Quantität und versucht, kubanische Zigarren vermehrt als Luxusprodukte zu vermarkten. Die jährlichen Preiserhöhungen von 3-7 Prozent, die Habanos den Importeuren aus aller Welt auferlegt, sieht Suckling in diesem Zusammenhang, und relativiert die Hinweise auf steigende Kosten für Produktion und Rohstoffe.
Habanos wird im Falle einer US-Marktöffnung also vermutlich der Versuchung nicht erliegen, die Absatzzahlen auf Kosten der Qualität zu maximieren. Eher müssen wir uns, so die Quintessenz des Gesprächs von James Suckling mit Manuel Garcia, auf höhere Preise gefasst machen.
Vielleicht trifft aber auch die Vorhersage des gut informierten Heinrich Villiger ein (Fallen mit dem Embargo auch die Preise?). Als Habanos-Importeur (Intertabak und 5th Avenue) hofft Villiger auf einen Preiskrieg unter den Herstellerländern und fallende Preise.
Was mit der Havanna passiert, wird die Zukunft zeigen. Die Verantwortlichen scheinen sich auf jeden Fall mit entsprechenden Strategien zu beschäftigen. Das stimmt zuversichtlich.