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Nachwuchsförderung in St. Gallen

#ZIGARREN 20. März 2008

Vor drei Wochen lernte ich in Kuba Dieter Weber kennen. Der Zigarren-Liebhaber ist Verwaltungsrat von Villiger und Intertabak und hat das Buch «Blauer Dunst. Zigarren aus der Schweiz, gestern und heute» herausgegeben. Gestern referierte der Zofingia-Altherr vor St. Galler Studenten über die «Wirtschaftsgeschichte der Schweiz am Beispiel der Zigarrenbranche». Ich durfte als Gast mit dabei sein.

Dieter Weber

Die spannende Erkenntnis des Abends: Die Schweiz gehörte einst zu den führenden Zigarren-Herstellerländern. Textilfabrikanten-Söhne waren Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten, die in der Schweiz Zigarren produzierten. Einen Schub erhielt die Industrie durch den Sezessionskrieg in Amerika. Weil die Südstaatler keine Zigarren mehr nach Norden lieferten, bestellte die Armee der Nordstaaten ihre Zigarren in der Schweiz. Das Auftragsvolumen: Immerhin 10 Millionen Stück pro Monat. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigten über 60 Betriebe rund 3’000 Mitarbeiter. Einer der grössten Zigarren-Hersteller dieser Zeit, die Firma Weber Söhne, wurde von Dieter Webers Vorfahren geführt.

Der weitgehende Niedergang der Branche leitete das Aufkommen der Zigarette ein. Auf den sinkenden Absatz reagierten die Branche mit der Werbe-Kampagne «Sei ein Mann, rauche Stumpen und Cigarren!» und der Erfindung des Cigarillos. Das vorerst letzte Kapitel in der Geschichte der Schweizer Zigarrenindustrie wurde kürzlich mit der Übernahme von Wuhrmann durch Villiger geschrieben.

Ein inspirierender Abend, der nicht nur interessantes Wissen über die Ursprünge der Schweizer Zigarrenkultur, sondern auch viel Freude am Zigarren-Genuss vermittelt hat.

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