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Neue Rauchzeichen: Zigarren als Friedensstifter

#ZIGARREN 29. Mai 2007

Die Welt am Sonntag hat die neue Rauchzeichen Zigarren als Friedensstifter von Hans Bewersdorff im Internet aufgeschaltet.

Zigarren als Friedensstifter

Toleranz ist die Basis für unser Zusammenleben. Neben einem verinnerlichten Wertesystem ist eine gewisse Großzügigkeit zusätzlich unablässig. Wir Zigarrenfreunde wissen das am besten.

Davidoff und Hundedreck – alles nur eine Frage der Toleranz? Die Antwort liefert folgende Szene, die sich kürzlich im Garten eines Hamburger Edel-Lokals ereignet hat: Bei Schampus, Bier und Zigarre tummelt sich die glückliche Sonnenbrillengemeinde. Alles im Lot. Nicht ganz. Ein Gast probt den Aufstand. Er stört sich an der Davidoff des Nachbarn. „Ihr Gestank kostet mich Lebensqualität. Wir brauchen endlich drakonische Strafen gegen Typen wie Sie.“

Man muss Davidoffs nicht mögen, aber stinken tun sie ganz sicher nicht. Der Genießer schweigt. Die Szene wird zum bühnenreifen Schauspiel als „Motzki“ aufsteht, seinen Hund drängt es nach Erleichterung. Leinen los. Während Fiffi zunächst Büsche und Bäume markiert, plaudert Herrchen am Handy. Dann kommt es zum Showdown. Der Golden Retriever legt eine „Tretmine“ mitten auf den Fußweg, Herrchen wendet sich scheinbar unbeteiligt ab.

Jetzt schlägt der Aficionado zurück. Mit strengem Blick baut er sich vor Herrchen auf: „Der Dreck Ihres Hundes kostet mich Lebensqualität. Machen Sie das bitte sofort weg.“ Herrchen denkt nicht daran. Aber die Sache mit dem Kot so unmittelbar vor der eigenen Nase stinkt ihm doch. Sein Handy summt, die Rettung. Herrchen vertieft sich ins Gespräch, dabei verliert er einen Moment lang die Orientierung. Und schon tritt die teure Ledersohle in die „Mine“, die der eigene Hund gelegt hat: „Sch…“ Der Aficionado ist inzwischen aufgestanden, nimmt einen Zug und reicht versöhnend Papiertaschentücher. Friede? Nein. Hunde-Herrchen lehnt ab, trollt sich lieber mit Ballast unter den Hacken.

Dieses zugegeben krasse Beispiel zeigt einmal mehr: Ohne Toleranz funktioniert unser Zusammenleben nicht. Doch das Problem sitzt tiefer. Immer mehr Menschen haben den Boden der Gemeinsamkeit verlassen. Höflichkeit und Rücksichtnahme sind Werte, die den Umgang untereinander prägen sollten. Das setzt natürlich voraus, dass der einzelne unser Wertesystem verinnerlicht hat, und es auch versteht, souverän damit umzugehen. Dazu gehört allerdings auch eine gewisse Großzügigkeit. Doch die bleibt mehr und mehr auf der Strecke. Wird es nicht Zeit, mal ganz in Ruhe darüber nachzudenken? Haben die Indianer nicht früher mit großer Weisheit Streit mit der Friedenspfeife beigelegt? Der Tabak hat immer schon etwas Verbindendes gehabt und entsprach der Maxime Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit wie kein anderes Kraut auf dieser Welt. Wir Zigarrenfreunde lassen uns diesen Genuss nicht verdrießen. Denn als weise Menschen wissen wir: Das menschliche Zusammenleben funktioniert am besten auf der Basis der Toleranz. Aber leider gibt es viele unverbesserliche Egoisten, die rücksichtslos und gedankenlos ihren Lebensstil durchsetzen. Hundehaufen gehören nicht auf den Fußweg, Kaugummis nicht unter die Tischplatte und Tabak passt nicht zu jeder Gelegenheit.

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