«Rauchzeichen» in der Weltgeschichte
Ein kurzer Exkurs der Financial Times Deutschland in «Rauchzeichen«. Ein Auszug:
In der Mitte hielten sich Kapitalismus und Churchill nur noch gerade so eben. Und als Churchill auf seine alten Tage zum letzten Mal ins Unterhaus gewählt wurde, da hatten die Rauchzeichen endgültig gedreht: Die angesagtesten Zigarren der Welt konsumierte das Proletariat von Havanna gleich selbst.
Oder wenigstens dessen maximale Führer: erst Castro, dann auch Che, dann wieder nur Castro. Am Sonntag ist er reife 80 Jahre alt geworden, was zeigt, wie gesund und bekömmlich das jugendliche Rauchen und der Sozialismus für Einzelne sein können.
Mit dem Triumph des Sozialismus ist es dann allerdings doch nichts geworden. Die Zigarre, die die Welt bewegte, fand sich am Ende des Jahrhunderts vielmehr im Oval Office von Bill Clinton. Einem amerikanischen Präsidenten, der so postideologisch war, dass er sogar Marihuana rauchte, ohne zu inhalieren.
Was lehrt uns das für unser 21. Jahrhundert? Der Zug der Zeit geht wohl weiter zum virtuell Virilen. Winston Churchill ist heute eine Heldenfigur im Theater, und mit der Zigarre darf er da fast alles. Außer natürlich: rauchen.