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Schlangengrube Zigaretten-Strategen (Teil 3)

#VERSCHIEDENES #ZIGARREN 17. April 2007

Einige mögen sich noch an den Beitrag «WAMS-Breitseite gegen Zigaretten-Strategen» und die Machenschaften des Philip Morris-Konzern erinnern. Er bezog sich auf Hans Bewersdorffs Rauchenzeichen «Zigarren unschuldig unter Anklage» und zitierte u.a. folgende Passage:

«(…)Eine besonders unrühmliche Rolle spielt dabei seit Langem der Marlboro-Konzern Philip Morris. Deutschland-Chef Jacek Olczak versucht sich mit harten Forderungen gegen die eigene Branche als heimlicher Profiteur in Position zu bringen. Entsprechend dem listigen Philip-Morris-Positionspapier, seit 2004 von langer Hand vorbereitet, fordert er unter anderem eine gleich hohe Besteuerung aller Tabakprodukte.»

Das scheinheilige strittige Positionspapier von Philip Morris habe ich im Beitrag «Rauchverbot: Das Papier des Wolfes im Schafspelz» nachgeliefert.

Nun lädt das Süddeutsche Zeitung Magazin zum dritten Akt. Im Beitrag «Die Zigarette danach» schüttet ein Insider – über die Gründe mag man spekulieren ;-) – Öl ins Feuer. Einige Auszüge, welche auch damalige Fragen in den Kommentaren beantworten:
«(…)Ein Werbe- oder Rauchverbot komme großen Tabakkonzernen teilweise sogar entgegen. »Sie arbeiten unter Umständen gezielt auf Werbeverbote hin. Sie spielen den gelehrigen Schüler der Gesundheitspolitik, auch deutsche Politiker glauben tatsächlich: Die werden ja anständig. Dabei will der betreffende Konzern nur seine Marktanteile zementieren: Ich bin Marktführer, ohne Werbung gibt es wenig Verschiebung im Markt – also bleibe ich Marktführer. So einfach ist das«, sagt der Mann.»
Und:
«(…)Ein Blick auf die Zahlen offenbart, was auf totale Rauchverbote in Irland, Italien und anderen Ländern für die Zigarettenindustrie folgte: Der Aktienkurs von British American Tobacco, Hauptmarke: Lucky Strike, ist in den letzten zwölf Monaten über 15 Prozent gestiegen, die Aktie von Japan Tobacco, unter anderem Camel, etwa 25 Prozent. Imperial Tobacco, mit West im Portfolio, legte mehr als 30 Prozent zu.»
Oder etwas anders ausgedrückt: Die Tabakgegner schaffen Shareholder-Value für die Tabakkonzerne.

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