Sehnsucht nach Langsamkeit
Was wir tun, soll immer schneller werden, immer besser, in allen Bereichen des Lebens. Langeweile – wer kennt das noch? Die Zeit hat sich im Artikel «Wo wollen wir leben?» mit der Beschleunigung des Lebens befasst. Die treffende Diagnose:
Unbegrenzte Flexibilität, nicht enden wollende Anpassungsbereitschaft, ständige Verfügbarkeit. Es scheint, als habe die ganze Gesellschaft den Modus atemloser Hast verinnerlicht. Als könne man gar nicht mehr anders leben. Als müsse man rennen statt gehen.
Verantwortlich, so die Zeit, sei für diese Entwicklung ein zunehmender Globalisierungsdruck, neue Technologien wie Mobiltelefon, E-Mail und Internet und ein falsch verstander, von Panik, Selbstblockade, Verzettelung und Konzentrationsmangel geprägter Arbeitseifer – immer schneller, weiter, höher - mit der Folge, dass nicht das Ergebnis zähle, sondern die Form.
Kann man dieser Entwicklung entgegen wirken? «Entschleunigung» heisst das Zauberwort. Im Zeit-Artikel empfielt eine Kommunikationswissenschaftlerin, einfach manchmal abzuschalten, unerreichbar zu sein, um dann und wann einen klaren Gedanken fassen zu können. Die Rückkehr zur Langsamkeit.
Eine Entschleunigungstechnik, die sich seit Jahrhunderten bewährt, ist der Zigarrengenuss. Zurücklehnen, entspannen, den Rauchkringeln hinterher schauen. Vielleicht werden Zigarren bald per Rezept verschrieben?