«Sozialistische Scharaden»
… überschreibt heute die linke Wochzeitung einen kritischen Artikel über Kuba, der Bilanz über fünfzig Jahre Revolution zieht:
(..) Wer in Kuba überleben will und kein Geld von Verwandten aus dem Ausland bezieht, braucht einen staatlichen Job. Wo sonst gäbe es etwas zu stehlen? So sagen ApothekerInnen ihren KundInnen, die mit Rezept verlangte Gratismedizin sei derzeit nicht zu haben – um ihnen genau dieses Mittelchen eine halbe Stunde später auf der Strasse gegen harte Devisen zu verkaufen. (..) Jeder und jede braucht harte Währung, um das, was es in der Staatsbodega nicht gibt, in der Schattenwirtschaft zu besorgen. Und weil überall zu viel geklaut wird, wird es nie genug in der Bodega geben. Ein absurdes System. Gesundheit und Bildung mögen sozialistisch sein im besten Sinne. Aber hinter dieser Fassade subventioniert ein trister Staatssozialismus einen illegalen wilden Kapitalismus im Untergrund – und kommt deshalb selbst nie vom Fleck.