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«Statistisch nicht signifikant»

#VERSCHIEDENES #ZIGARREN 14. Mai 2007

Der Schutz vor dem Passivrauchen steht aktuell ganz oben auf der Agenda der westeuropäischen Politik. Handeln die Politiker aufrichtig und vertreten die gerechte Sache der Nichtraucher, oder kann zu Recht von einer Passivrauch-Hysterie gesprochen werden? Die deutsche Initiative 22 Mio. Tabakfreude versucht, der (beidseitigen) Polemik Fakten entgegen zu setzen.

Auf der Website der Initiative findet sich unter anderem ein kritischer Kommentar zur aktuellen Studie «Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko» des deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, auf das sich die deutsche Politik explizit beruft. Verfasst wurde der kritische Blick auf die Studie von Prof. Dr.-Ing. Günter Ropohl. Ein kleiner Auszug:

Sind schon die Voraussetzungen der Heidelberger Untersuchung höchst anfechtbar, steht es um die Aussagefähigkeit ihrer Ergebnisse kein bisschen besser. Unterstellt man die anfangs genannte Zahl von 20 Millionen «Passivrauchern», ergeben sich für die Spanne vom 20. bis zum 80. Lebensjahr rund 333 000 «Passivraucher» in jedem Jahrgang. Die errechnete Anzahl von Todesfällen pro Jahr macht dann weniger als ein Prozent der «Passivraucher» aus, ein Anteil, der unterhalb statistischer Vertrauensgrenzen liegt.

Die «Passivraucher»-Mortalität beträgt nach Heidelberger Berechnungen in diesem Lebensabschnitt ebenfalls rund 53 Prozent, ist also identisch mit der allgemeinen Sterbehäufigkeit. Aber es kommt noch stärker: Die Menschen, die angeblich am «Passivrauchen» sterben, ereilt der Tod nicht in jedem Jahr ihres Erwachsenenlebens mit derselben Häufigkeit. Bis zum 65. Lebensjahr sind es, nach Angaben der Untersuchung gerade mal 13 Prozent. Aus den Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes kann man allerdings entnehmen, dass in diesem aktiven Lebensabschnitt insgesamt fast 19 Prozent der Gesamtbevölkerung sterben, also deutlich mehr als unter den «Passivrauchern». Für die zwanzig Lebensjahre zwischen dem 65. und dem 85. Geburtstag gibt die allgemeine Sterbestatistik einen Anteil von rund 53 Prozent der Todesfälle an. Die «Passivraucher»-Mortalität beträgt nach Heidelberger Berechnungen in diesem Lebensabschnitt ebenfalls rund 53 Prozent, ist also identisch mit der allgemeinen Sterbehäufigkeit. Angesichts dieses Vergleichs, den die Heidelberger Studie bezeichnenderweise unterlassen hat, von einem besonderen Todesrisiko der «Passivraucher» zu sprechen, ist geradezu abenteuerlich.

Vielleicht wäre es wünschenswert, wenn gerade Kommentare wie dieser die Standards eines wissenschaftlichen Textes einhalten würden. Ob es sich bei den Beiträgen auf der Website um Propaganda der Tabaklobby oder um vernünftige Argumente handelt, muss jeder für sich entscheiden – einen kurzen Überblick über die Argumente kann man sich unter schnelle Fakten verschaffen.

Von mir haben die Ministerpräsidenten der 16 deutschen Bundesländer die rote Karte auf jeden Fall erhalten.

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