Wenn das Embargo fällt
Durch die bevorstehende Präsidentenwahl in den USA wird auch die Embargo-Frage wieder aktuell. Allen drei Präsidentschaftskandidaten darf man zutrauen, das Handelsembargo gegen Kuba im Falle einer Wahl aufzuheben. Welche Auswirkungen hätte dies für die kubanische Zigarrenproduktion? Cigarcyclopedia glaubt, dass ein Ende des Embargos den Markt für Kuba-Zigarren nicht völlig auf den Kopf stellen würde. Einige aufschlussreiche Zahlen:
Vor dem Embargo lag der Havanna-Marktanteil in den USA bei 7.5 Prozent. Bei einem Gesamtmarkt von 320 Mio. Stück macht das etwa 25 Mio. Havannas pro Jahr. Dies wiederum entspricht etwa 15 Prozent der kubanischen Jahresproduktion. Ob die damaligen Marktanteile sofort wieder erreicht werden könnten, ist fraglich. Nicht zuletzt, weil die etablierte amerikanischen Zigarren-Labels wohl nicht tatenlos zuschauen würden, wie ihnen die Felle davon schwimmen.


Kubanischer Tabak verpackt für den Export (Premium-cigars.ch)
Cigarcyclopedia glaubt, dass vor allem die Nachfrage nach Kuba-Tabak von Herstellern ausserhalb Kubas stark steigen würde. Theoretisch könnten die Produzenten aus der Dominikanischen Republik, Honduras oder Nicaragua für den Europa-Export bereits heute Zigarren aus kubanischem Tabak rollen – gute Beziehungen vorausgesetzt. So verarbeitet etwa Villiger seit Jahren kubanischen Tabak für seine Stumpen. Die grossen Anbieter verzichten zur Zeit aber ganz auf kubanischen Tabak – wohl um Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem USA-Geschäft zu vermeiden.