«Zigarre rauchen oder Purzelbaum schlagen»
Carl Julius Weber war ein deutscher Schriftsteller und Satiriker, der bis 1832 lebte. Der Nachwelt hinterliess er neben verschiedenen Werken auch eine heitere Anweisung für die Besucher seines Grabes: Diese sollen entweder Zigarrenrauch über das Grab blasen, oder einen Purzelbaum schlagen.
Das Wunderbare ist, dass dieser letzte Wunsch nicht vergessen gegangen ist. In jüngerer Zeit treffen sich die Mitglieder des «Künzelsauer Zigarren-Clubs» und der Bürgermeister von Kupferzell wieder Jahr für Jahr an Webers Todestag zum «Gedenkrauchen» auf dem Friedhof, um danach aus den Werken des Dichters zu lesen. Die Südwest Presse Online schreibt heute («Paffen am Grab des Satirikers»):
Erst kürzlich wurde die Inschrift restauriert, so dass man nun auch wieder lesen kann, was dort geschrieben steht. Dem ursprünglichen Wunsch des so genannten «lachenden Philosophen» Carl Julius Weber kam seine Familie im Todesjahr 1832 nicht nach. Auf seinem Grab sollte stehen: «Hier liegen meine Gebeine, ich wollt es wären deine.» Stattdessen setzte sie auf Vergebung und Schadensbegrenzung: «Ich scherzte gern, doch gottlos lebt ich nicht. Du Wesen aller Wesen! Erbarm Dich mein!»
Wer an Webers Grab in Kupferzell verweilt, soll auf sein Geheiß hin lustvoll Zigarrenrauch drüberblasen oder einen Purzelbaum schlagen (..)