Zigarrenimporte im Minus
Der Verband Swiss Cigarette publiziert auf seiner Website Zahlen zum Tabakmarkt Schweiz. Neu sind auch die Statistiken für 2008 verfügbar. Für das Segment Zigarren und Cigarillos sind die Daten wenig erfreulich: Die Importe sind um 18 Prozent eingebrochen.
Über die Lage im Markt für Premium-Zigarren geben die Einfuhr-Statistiken für die verschiedenen Herkunftsländer Aufschluss, die von der Eidgenössischen Zollverwaltung geführt werden. Die Importe aus Kuba, der Dominikanischen Republik, Nicaragua und Honduras haben sich in den letzten fünf Jahren wie folgt entwickelt:

Zigarrenimporte Schweiz – Kuba u. Dominikanische Republik, in Mio. CHF (Quelle: Eigene Darstellung, Daten Oberzolldirektion)
Die Kuba-Importe sind im Jahr 2008 um 13 Prozent eingebrochen und liegen jetzt auf dem Niveau von 1998. Weil die Habanos-Preise seit 1998 mehrfach gestiegen sind, liegen die Stückzahlen heute sogar unter dem Niveau von 1998. Die Importe aus der Dominikanischen Republik entwickelten sich dagegen stabil.

Zigarrenimporte Schweiz – Nicaragua u. Honduras, in CHF (Quelle: Eigene Darstellung, Daten Oberzolldirektion)
Dynamischer präsentiert sich die Entwicklung der Importe aus Nicaragua und Honduras. Während die Nicaragua-Importe deutlich steigen – zu den Marken aus Nicaragua zählen z.B. Oliva, Casa de Torres und Cumpay – sind die Importe aus Honduras stark gesunken. Für den Rückgang der Honduras-Importe könnte der Umzug von Zino Classic in die Dominikanische Republik mitverantwortlich sein.
Ein anderer Effekt, der die Statistiken beeinflussen kann, ist die Einfuhr über Drittländer. Zigarren, die in Drittländern z.B. umgepackt werden, werden in der Statistik diesem Drittland zugeteilt. Wenn ein Drittland nur für den Transfer genutzt wird und die Zigarren das Zollfreilager nicht verlassen – bei den Grauimporten von Habanos ist dies beispielsweise der Fall – wird in der Importstatistik das ursprüngliche Herkunftsland ausgewiesen.
Das Fazit ist aber klar: Der Premium-Zigarren-Markt ist seit Jahren rückläufig und wurde von der Wirtschaftskrise deutlich getroffen.