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Kuba verliert seine Torcedores

Die kubanische Zigarrenindustrie verlor im vergangenen Jahr viele Fachkräfte. Die hohe Inflation treibt zahlreiche Kubaner ins Exil.
#FESTIVAL DEL HABANO #ZIGARREN 28. Februar 2024

Am zweiten Festival-Tag erfahren wir mehr über die aktuelle Situation der kubanischen Zigarrenindustrie. In den Fabriken herrscht eine zwiespältige Stimmung. Zwar gelang es, die Produktionszahlen gegenüber dem Vorjahr um etwa zehn Prozent auf 60 Millionen Stück zu erhöhen. Die Lage für die Mitarbeiter hat sich aber verschlechtert. Die Spitzenlöhne für die Torcedores liegen immer noch bei etwa 45’000 Pesos. Doch durch die Inflation halbierte sich die Kaufkraft innerhalb eines Jahres. Immer weniger Mitarbeiter lassen sich durch die für die kubanische Verhältnisse eigentlich guten Arbeitsbedingungen motivieren. Trotz Ausbildungsoffensiven beschäftigen die Fabriken heute weniger Torcedores als im Vorjahr. Erfahrene Roller verlassen das Land und suchen ihr Glück in Nicaragua, den USA oder anderswo.

Warum erhöht Habanos die Löhne nicht im Gleichschritt mit der Inflation? Das kubanische System stösst bei der Lohnfrage an seine Grenzen. Bereits heute verdient ein Zigarrenroller das Vierfache eines Chirurgen.

Der Zigarre selber kommt die Trägheit des Systems zu Gute. Die Fertigung in den Fabriken hat nichts von ihrem romantischen Charme eingebüsst.

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