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Partagás: Tradition seit 1831

Partagás gehört zu den traditionsreichsten Marken der Zigarrenwelt. Seit 1831 steht der Name Partagás für kraftvolle Havannas mit Charakter.
#GESCHICHTE #ZIGARREN 3. November 2021

Jaime Partagás war 14 Jahre alt, als er sich im Jahr 1831 von Spanien aus auf den Weg machte, um in der neuen Welt sein Glück zu machen. Er reiste ohne Eltern oder Begleitung nach Kuba und trat dort in die Dienste eines Tabakindustriellen ein. Als Sohn eines Schneiders gehörte er nicht einer besonders privilegierten Schicht an, konnte aber auf die Unterstützung von Verwandten zählen, die bereits im Tabakgeschäft tätig waren. Mit 29 Jahren gründete Jaime Partagás sein eigenes Unternehmen und begann in einem bescheidenen Geschäft mit der Produktion von Zigarren.

Die Real Fábrica de Tabaco Partagás, wie das Unternehmen später offiziell hiess, entwickelte sich rasch. Partagás erwarb eigene Plantagen, was ihm dauerhaft Zugriff auf beste Tabakqualitäten garantierte. 1860 schrieb das Unternehmen mit der Einstellung eines «Vorlesers» Geschichte. Dieser Mitarbeiter hatte die Aufgabe, den Zigarrenrollern während der Arbeit aus Zeitungen und Büchern vorzulesen.

Im Buch «Partagás El Libro» von Amir Saroony, eine (leider vergriffene) exzellente Quelle zur Geschichte von Partagás, erfährt man aber auch, dass Jaime Partagás kein zimperlicher Geschäftsmann war. Partagás bot sich etwa den Bauern, die ihn belieferten, als Kreditgeber an und lieh ihnen Saatgut und Güter des täglichen Bedarfs, um später die Preise für die Tabake zu diktieren oder das Land zu übernehmen. Partagás wurde sogar rechtskräftig verurteilt, weil er in England den Markennamen seines wichtigsten Konkurrenten Cabañas benützte. Einen erbitterten Streit lieferte sich Partagás mit einem benachbarten Grossgrundbesitzer, der für Partagás schliesslich tödlich endete. Man vermutet, dass ein befreiter Sklave ihn im Auftrag seines Nachbarn und geschäftlichen Rivalen ermordet hat. Jaime Partagás wurde 52 Jahren alt.

Mit der Machtübernahme der Castro-Regierung begann für die ganze Zigarrenindustrie Kubas und auch für Partagás ein neues Kapitel. Die Produktion im berühmten Fabrikgebäude hinter dem Capitolio in Havanna wurde zwar weitergeführt, doch die Leitung des Unternehmens wurde neu vom Staat gesteuert. Nach einer wilden Übergangszeit besann sich Kuba darauf, die Tradition der wichtigsten Havanna-Marken, zu der zweifellos auch Partagás gehörte, weiterzuführen. Ikonische Zigarren wie die Partagás Lusitanias wurden weiterproduziert, um die Aficionados in aller Welt weiterhin mit der Partagás-Qualität zu versorgen. Langjährige Mitarbeiter wie der inzwischen weit über 80-jährige Master Blender Arnaldo Vichot konnten das Know-how der alten Marke Partagás in die Gegenwart retten.

Partagás steht seit jeher für kraftvolle und würzige Havannas. Die Partagás-Mischungen basieren auf Tabaken aus ganz bestimmten Zonen im berühmten Anbaugebiet Vuelta Abajo. In der Gunst der Aficionados ganz weit oben stehen die grossen Formate: Partagás Lusitanias, Partagás Serie E No. 2. Das Robusto-Format Partagás Serie D No. 4 führt sogar seit Jahren die Liste der meistverkauften Havannas an. Partagás gehört auch zu jenen Marken, die sich immer noch den Luxus leisten, mehrere Kleinformate mit unterschiedlichen Mischungen zu produzieren.

Das jüngste Mitglied der Partagás-Familie heisst Partagás Aristocrats. Die Formatsbezeichnung existiert eigentlich seit Jahrzehnten, wie die Illustrierte Enzyklopädie der Postrevolutionären Havanna-Cigarren weiss. Bis zur Jahrtausendwende wurde dieses Format jedoch maschinell hergestellt. Nach einer Pause wurde das Format als handgerollte Premium-Zigarre neu eingeführt. Wenn sie frisch geraucht werden, also ohne mehrjährige Reifelagerung, gehören eine kraftvolle, pikante Würze und ein süsser Tabak-Grund-Geschmack zu ihren charakteristischen Eigenschaften. Der kraftvolle Tabak verspricht aber auch ein erhebliches Reifepotential.

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